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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Debatte um Gerechtigkeit wird Konvent bestimmen

03.11.2007

FRANKFURT /MAIN „Das wird ein guter Kongress, der die Geschlossenheit der IG Metall zeigen wird, sachlich-inhaltlich wie auch personell.“ Berthold Huber, designierer neuer Chef der IG Metall, zeigt sich davon überzeugt. Grabenkämpfe wie 2003, als die Führungskrise nach dem verlorenen Streik in Ostdeutschland eskalierte und die Organisation tief spaltete, dürften bei diesem Gewerkschaftstag nicht aufbrechen. Dem Tandem Peters/Huber gelang es, die verfeindeten Lager zu befrieden. Dies spiegelt sich in dem Personalvorschlag wider: Der nordrhein-westfälische Bezirksleiter Detlef Wetzel, der wie Huber als „Modernisierer“ gilt, soll neuer Zweiter Vorsitzender werden. Im Gegenzug sollen zwei Posten im geschäftsführenden Vorstand mit Vertretern des eher linken Peters-Flügels besetzt werden.

„Der Personalvorschlag vom 3. September hat viel Spannung aus der Organisation genommen“, sagt Paul Rodenfels, der in der IG-Metall-Zentrale den Gewerkschaftstag organisiert. So können sich die gut 500 Delegierten während der sieben Tage vorrangig Sachthemen widmen. Das Motto „Zukunft braucht Gerechtigkeit“ gibt dabei die Richtung vor. Mit Rückenwind vom SPD-Parteitag wird die IG Metall weitere Korrekturen der „Agenda 2010“ einfordern. „Gerechtigkeit wird das Topthema der nächsten Monate sein, vermutlich sogar über die nächste Bundestagswahl hinaus“, meint Hans-Jürgen Urban, der für Gesellschaftspolitik zuständig ist. Vom Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Leipzig am Donnerstag erwarten sich die Gewerkschafter klare Aussagen etwa zum Arbeitslosengeld I.

Für Selbstbewusstsein bei den Metallern sorgen vor allem tarifpolitische Erfolge und eine deutliche Verlangsamung des Mitgliederschwunds. In den beiden letzten Metall-Tarifrunden hat die Gewerkschaft nicht nur hohe Abschlüsse erkämpft, sondern auch Abweichungsmöglichkeiten vom Flächentarif begrenzt. Der Mitgliederrückgang ist zwar noch nicht gestoppt, aber die Differenz zwischen Zu- und Abgängen wird von Monat zu Monat geringer. Bis Ende September gab es 68 000 Neuaufnahmen, gut zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Jahresende rechnet die IG Metall noch mit insgesamt 2,3 Millionen Beitragszahlern und damit nur etwa einem Prozent weniger als 2006.

„Wir sind auf einem guten Weg, aber wir haben noch einiges vor uns“, meint Huber. So müsse die IG Metall ihre Tarif- und Betriebspolitik noch enger verzahnen, um in den Unternehmen stärker Fuß zu fassen und mehr Arbeitnehmer als Mitglieder zu gewinnen. Intern will der künftige Vorsitzende für eine Verjüngung sorgen. Von den sieben geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern, die in Leipzig gewählt werden sollen, sind sechs schon Mitte 50. Dass der 57-jährige Huber und der 54-jährige Wetzel nach nur einer Amtsperiode ihre Ämter aufgeben, ist aber unwahrscheinlich: Das neue Duo dürfte die IG Metall bis zum Jahr 2015 führen.

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