DELMENHORST - Während der SPD-Unterbezirksvorsitzende Detlef Roß „nur“ die Rückgabe der Ratsmandate von den ausgetretenen SPD-Fraktionsmitgliedern fordert, geht die FDP-Matthes-Gruppe sogar noch einen Schritt weiter und fordert in einem Antrag an den Delmenhorster Oberbürgermeister Patrick de La Lanne die Neuwahl des Delmenhorster Rates.
„Nach 14 vollzogenen und weiteren angekündigten personellen Wechselbewegungen zwischen den Fraktionen repräsentiert die derzeitige Zusammensetzung der Ratsversammlung nicht mehr das Wahlergebnis und damit auch nicht den Wählerwillen bei der Kommunalwahl von 2006“, heißt es in dem Antragspapier.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Mittag hält die Handlungsweise der Fraktionsmehrheit bei der Abwahl von Swantje Hartmann aus dem Verwaltungsausschuss, was für Hartmann den Verlust des Bürgermeisterinnen-Amtes zur Folge hatte, nach wie vor für richtig. Im Übrigen hätte Hartmann ihren Austritt aus der SPD bereits vor der entscheidenden Sitzung auf einer neu ins Internet gestellten Seite kundgetan, auf der sie sich als Unabhängige präsentierte.
„Das ist eine absolut emotionalisierte Debatte“, sagt Mittag zum Austritt von Klaus Findeisen, Hella Plehnert und Dieter Markowiak nach der Ratssitzung am Dienstagabend in der Mensa des Gymnasiums an der Willmsstraße. Zu klären gäbe es für sie nichts mehr mit den Ex-Fraktionsmitgliedern, deren Austreten außerdem „hinsichtlich der inhaltlichen Arbeit nicht so große Auswirkungen“ habe.
Der Schaden für die Delmenhorster SPD halte sich in engen Grenzen, betont auch deren Geschäftsführer Olaf Abdinghoff-Feldkemper. Betrachte man die Mitgliederbewegungen der vergangenen Tage, stelle man fest, dass acht Austritten (einschließlich der fünf bisherigen Fraktionsmitglieder) vier Neueintritte und zwei Wiedereintritte gegenüberstehen.
Bei ihrer Verabschiedung im Delmenhorster Rat aus dem acht Jahre lang ausgeübten Bürgermeisterinnen-Amt gab Swantje Hartmann folgende Erklärung ab: „Ich freue mich schon auf die politischen Auseinandersetzungen“, sagte sie, „und dass ich dabei nicht mehr in unbedingter Loyalität zum Bürgermeister stehen muss.“ Man darf gespannt sein.
