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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Der neue Schlossherr hält Hof

03.07.2010

BERLIN Der neue Schlossherr von Bellevue hielt am Freitagabend bei 30 Grad im Schatten Hof: Das diesjährige Sommerfest des Bundespräsidenten fand zu Ehren zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger statt, die Deutschland in den vergangenen 20 Jahren zusammengeführt und vorangebracht haben.

Unter dem Motto „Freude – Veränderung – Zusammenhalt“ waren rund 5000 Gäste zum Sommerfest geladen. An mehreren Spielorten und auf drei Bühnen traten im Laufe des Abends 300 Künstlerinnen und Künstler auf, darunter das Bundesjugendorchester unter der Leitung von Kurt Masur, Peter Maffay und seine Band, der RIAS Kammerchor und Kabarettisten der Berliner „Distel“. Geladen waren auch ehrenamtlich engagierte Bürger aus ganz Deutschland. Für das leibliche Wohl der Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur sorgten 65 Köche. Gefragt waren aber bei allen vor allem kalte Getränke.

Wulff sagte zur Begrüßung, „eine schönere Art der Amtseinführung kann es nicht geben“. Zugleich räumte er ein, für ihn und seine Frau sei die vergangene Woche doch „ein bisschen aufregend“ gewesen. So war er in dieser Woche gleich zweimal Gastgeber eines Sommerfestes: Am Montag als Ministerpräsident in der niedersächsischen Landesvertretung, am Freitag als Bundespräsident.

Wulffs Ehefrau Bettina sagte, sie und ihr Mann befänden sich derzeit in Berlin auf Wohnungssuche. Mit Blick auf Schloss Bellevue fügte sie an: „Wohnen kann man hier nicht. Das wäre auch das „falsche Signal für unsere Kinder.“ Ihr Mann ergänzte, dass es auf jeden Fall „etwas mit Garten sein soll“.

Es war insgesamt ein großer Tag einer aufregenden Woche für Christian Wulff:. Denn am Freitagmittag stand ja zunächst noch seine Vereidigung an. Als um Punkt 13 Uhr im Plenarsaal des Deutschen Bundestags ein Gong ertönte, erhoben sich alle Abgeordneten und Gäste von ihren Plätzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) schritten vorweg in den Saal, gefolgt von Bundespräsident Christian Wulff und Ehefrau Bettina, dahinter Bundespräsident a.D. Horst Köhler mit Ehefrau Eva Luise.

Die Kanzlerin ging weiter zu ihrem angestammten Platz auf der Regierungsbank, Lammert nahm seinen gewohnten Platz ein. Für die Ehepaare Wulff und Köhler gab es vier Stühle, die gegenüber dem Protokolltisch aufgestellt worden waren. Lammert eröffnete die gemeinsame Sitzung des Deutschen Bundestages und des Bundesrates, begrüßte zahlreiche Gäste, darunter Altbundespräsident Roman Herzog und den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Auf der Ehrentribüne sitzt auch Annalena Wulff, Tochter des zehnten Bundespräsidenten aus erster Ehe.

Lob für Köhler

Dann wendet sich Lammert direkt an Horst Köhler. Der Bundestagspräsident hebt hervor, wie Köhler das Amt mit seiner Persönlichkeit geprägt habe. Und Lammert verwies darauf, dass Köhler es sich nie leicht gemacht habe „und der sogenannten politischen Klasse manchmal auch nicht“. Er fügte hinzu: Köhler habe sein Amt „ganz sicher nicht leichten Herzens aufgegeben“. Der zurückgetretene Bundespräsident ist sichtlich gerührt – nicht zum letzten Mal. Auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), der als Bundesratspräsident nach dem Rücktritt von Horst Köhler dessen Amtsgeschäfte übernahm, lobte Kohler als „Mahner und Anreger“.

Danach tritt Böhrnsen weg vom Rednerpult, um Christian Wulff zu Norbert Lammert zu begleiten. Der Bundespräsident leistet um 13.23 Uhr den Amtseid. Eine Hand legt er dabei auf ein Original-Grundgesetz.

22-minütige Rede

Der Bundespräsident ist erleichtert und ergriffen zugleich: „Das ist ein bedeutender und bewegender Moment für mich. Ich weiß um die große Verantwortung.“ Aus­drücklich dankte Wulff seinem unterlegenen Gegenkandidaten von SPD und Grünen, Joachim Gauck für den fairen Wahlkampf. In seiner 22-minütigen Rede wandte Wulff sich zunächst an seinen Amtsvorgänger. Köhler habe gemeinsam mit seiner Frau Eva Luise Deutschland „in der Welt würdig und erfolgreich repräsentiert“, sagte Wulff. Nach dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne endete der Festakt um 13.48 Uhr. Das Ehepaar Wulff trat kurz danach aus dem Reichstagsgebäude. Die Menge hinter der Polizeiabsperrung jubelte. „Bettina, Bettina“-Rufe, die neue First Lady winkte und lächelte. Mit einer großen Polizeieskorte ging es zum Schloss Bellevue.

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