Köln - Gemütlichkeit ist das zentrale Schlagwort, prognostizieren die Experten auf der internationale Möbelmesse IMM in Köln. Das Idealbild sei für viele ein englisches Cottage mit viel Grün drumherum, berichtet Markus Majerus, Sprecher des Veranstalters Koelnmesse. Aber das mit dem gemütlichen Wohnen ist nicht ganz neu.

Man könnte nach dem Comeback der Gemütlichkeit im vergangenen Jahr nun schon von der Gemütlichkeit 2.1 sprechen. Aber man kann auch einfach sagen, hierbei handelt es sich nicht um einen Trend, der nach einer Saison wieder weg ist. Sondern um einen Megatrend, wie es Majerus ausdrückt.

Wenn Einrichtungsexperten wie Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie von Gemütlichkeit sprechen, meinen sie ein Lebensgefühl.

Der Mensch wolle zu Hause durchatmen können, sich zurückziehen von Stress und Hektik des Alltags, von einer Außenwelt, die durch die Kommunikation im Internet sich immer schneller zu drehen scheint, erklärt Geismann. Entschleunigung zu Hause ist das Zauberwort.

Doch wo früher riesige Sitzlandschaften zum trendgerechten „Loungen“ einluden, sehen Experten nun eine Rückkehr zum aufrechten Sitzen. Auch kleinere Menschen können sich künftig wieder anlehnen, verkündete Geismann. Aktuelle Sofa-Modelle seien bei der Möbelmesse nun wieder deutlich kleiner.

Konkurrenz bekommt die Wohnzimmercouch allerdings aus der Essecke. Statt harter Stühle zeigen die Aussteller auf der Möbelmesse dort zunehmend weiche Polstersessel oder gleich Esszimmersofas. Während im Elternschlafzimmer zunehmend voluminöse Boxspringbetten Einzug halten, muss der Nachwuchs immer enger zusammenrücken. „In vielen Neubauten sind Kinderzimmer sogar kleiner als vor 20 Jahren“, berichtet Geismann.

Gefragt seien vielmehr große Bäder und begehbare Kleiderschränke, hieß es. Auch Bücherregale hätten weiter eine Chance, zeigte sich Hülsta-Geschäftsführer Heiner Goossens überzeugt.

Küchen im Countrystil werden einige Hersteller vorstellen, weiß Majerus. Gefragt seien authentische, natürliche Materialien wie das gemütliche Holz, aber gern in Verbindung mit Metall und Stein.

Bei den Hölzern sehen Experten weiterhin Eiche im Trend – auch wenn die natürlich aussehende Holzoberfläche manchmal nur eine täuschend echt nachgemacht Dekorfolie ist.

Nach Angaben des Präsidenten des Verbandes der deutschen Möbelindustrie, Axel Schramm, geben die Deutschen im Jahr pro Kopf 383 Euro für das Wohnen und Einrichten aus und sind damit führend in Europa. Die Branche blickt deshalb wieder optimistisch in die Zukunft.