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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

WERTSTOFF: Deutsche sammeln einfach alles

28.07.2007

KöLN Die Deutschen sind ein Volk der Sammler – sie sammeln gewissenhaft auch Glas, Papier und andere Reststoffe. In kaum einem anderen Staat werden derart hohe Recycling-Quoten erreicht wie hierzulande. Das macht sich bezahlt. Der Umweltschutz-Beitrag der deutschen Privathaushalte sei „sehr bedeutsam“, lobt Johannes-Jürgen Albus, Vorstandsvorsitzender der Interseroh AG (Köln). Sie ist einer der Großen im deutschen Geschäft mit Altmaterial. Durch das getrennte Sammeln werde das Altmaterial „eindeutig besser verwertbar“, so Albus.

Ohne Trennung würde es im Gemenge der schwarzen Tonne und damit letztlich auf der Deponie bzw. im Brennofen landen und die Umwelt mannigfaltig belasten. Beispiel Papier: Bereits 80 Prozent kommen nach der Verwendung zurück in den Stoffkreislauf. Bei Kunststoffverpackungen sind es schon – im internationalen Vergleich spektakuläre – 62 Prozent. Gleichwohl rastet diese Branche nicht. „Ständig wird ein noch größerer Teil der Wertstoffe einer erneuten Verwertung zugeführt“, sagt Albus.

Beispiel Styropor aus den gelben Säcken: Aus dem sperrigen Verpackungsmaterial wird jetzt die Luft herausgedrückt. Dann wird es zu Granulat verarbeitet. Anschließend geht das Material erneut in Spritzgussverfahren ein. „Ihre Handyschale oder das Telefon auf dem Tisch können daraus hergestellt werden“, heißt es bei den Entsorgungsexperten.

Beispiel Altholz: Das Material aus dem Sperrgut wird immer systematischer gesammelt, geschreddert, aufbereitet – und als Brennstoff an Biomasse-Kraftwerke verkauft. Hohe Altholzqualitäten werden in Spanplatten verarbeitet und bekommen so eine neue Funktion.

„Auch die Sortieranlagen sind mit den Jahren perfektioniert worden“, sagt Interseroh-Chef Albus. Entsprechend gut sei die Qualität des Recycling-Materials, etwa beim Kunststoff. Angesichts der erreichten Reinheit bieten sich ständig neue Einsatzmöglichkeiten an. Längst sehen Experten die Zukunft in der Einzelhandels-Logistik von klappbaren Kunststoffkästen aus Recyclingmaterial geprägt – statt von den Pappkartons, die heute in den Regalen der Supermärkte liegen.

Weil die Deutschen früh auf Altmaterial-Sortierung und Wiederverwertung setzten, sind sie heute im Spezialmaschinenbau für die Branche weltweit vorn. Vieles im Bereich der Altmaterial-Verwertung spiele sich heute zwar in Asien ab; doch sehr häufig seien „die Deutschen mit von der Partie“, nämlich als Anlagen-Lieferanten.

Und die Verbraucher, was können sie noch tun – um die Müllgebühren zu drücken? „Einige könnten die Fehlwurfquoten in den gelben Säcken weiter reduzieren, indem sie noch sorgfältiger sortieren“, so Albus. „Schließlich haben wir einen Ruf als Vorreiter im Umwelt- und Klimaschutz zu verlieren.“

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