Berlin - Für die 17. Shell-Jugendstudie wurden Anfang 2015 mehr als 2500 Personen zwischen zwölf und 25 Jahren befragt. Die wichtigsten Themen im Überblick:

Familie

Die Familie hat für einen großen Teil der befragten Jugendlichen einen hohen Stellenwert – zumindest die eigenen Eltern. Mehr als 90 Prozent kommen gut mit Mutter und Vater zurecht. Der Wunsch nach eigenen Kindern ist hingegen rückläufig. 2010 wollten 69 Prozent der Jugendlichen eigene Kinder, in diesem Jahr waren es noch 64 Prozent.

Beruf

Die meisten Jugendlichen wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz (95 Prozent). Kaum weniger stellen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den Vordergrund (91 Prozent). Wichtig sind auch ideelle Werte: 93 Prozent wollen eigene Ideen einbringen sowie „etwas Sinnvolles“ tun (90 Prozent). Doch in den Wunschberuf schafft es nicht jeder: 22 Prozent der Jugendlichen, die mit der Schule fertig sind, stellten fest, dass ihnen der nötige Abschluss fehlt.

Bildung

Jugendliche nehmen die Schlüsselrolle von Bildung für die eigene Zukunft wahr – positiv wie negativ. Die Autoren betonen, dass in Deutschland der Erfolg in der Schule „so stark wie in keinem anderen Land“ von der sozialen Herkunft abhängt. Das schlägt sich in den Ergebnissen nieder: Jugendliche aus der unteren Schicht (46 Prozent) seien deutlich weniger zuversichtlich, was die Erfüllung ihrer beruflichen Wünsche angeht, als ihre Altersgenossen aus der oberen Schicht (81 Prozent).

Freizeit

Wenig überraschend hat das Internet an Bedeutung gewonnen – der Umfang ist jedoch erheblich. 99 Prozent der Jugendlichen sind laut Studie online, 2002 waren es 66 Prozent. Während Jugendliche 2010 rund 13 Stunden pro Woche im Internet surften, sind es jetzt 18 Stunden. Der Umgang mit dem Internet sei aber durchaus kritisch. Zudem ordneten die Autoren ein Viertel der Befragten den „Info-Nutzern“ zu, die vor allem Wert auf Informationen, weniger auf Unterhaltung legen. Auch Familie, Freunde und Sport bleiben bei Freizeitaktivitäten im Trend.

Politik

Das Interesse an Politik ist deutlich gestiegen. Während 2002 nur 30 Prozent angaben, politisch interessiert zu sein, waren es in diesem Jahr 41 Prozent. Das Vertrauen in Parteien ist weiter gering. Bei der politischen Selbstverortung gilt laut Autoren: „Je höher die Bildungsposition und je höher das politische Interesse, desto eher erfolgt eine Positionierung links von der Mitte.“

Engagement

In diesem Jahr berichteten 34 Prozent, sich „oft“ für andere im Alltag zu engagieren, 2010 waren es noch 39 Prozent. Den Autoren zufolge spielt dabei vor allem der Faktor Zeit eine große Rolle. So wirkten sich das verkürzte Abitur und die strafferen Bachelor-Studiengänge direkt auf das Engagement der Jugendlichen aus.

Tradition

Stolz auf Deutschland sein? Das war in der zweiten Hälfte der 1980er noch für eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen (60 Prozent) tabu. Heute sind 56 Prozent der jungen Männer und 52 Prozent der jungen Frauen stolz auf die deutsche Geschichte. Insgesamt 52 Prozent wollen an Traditionen festhalten.