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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Türkei: Diskriminiert und dauerbeleidigt?

13.07.2017

Berlin Das deutsch-türkische Verhältnis bietet im Moment wenig Anlass zum Lachen. Das ist auch eine Folge des vereitelten Putsches vom 15. Juli 2016. Die Einwanderer aus der Türkei und ihre Nachfahren sind zwar nicht unmittelbar von dem vergifteten Klima betroffen, das seither in der Türkei herrscht. Die Polarisierung ist aber auch hierzulande deutlich spürbar – zwischen religiösen und säkularen Türkeistämmigen, zwischen Türken und Kurden.

Die sogenannte Mehrheitsgesellschaft zeigt zudem wenig Verständnis für die Begeisterung, mit der ein Teil der Deutschtürken „ihrem“ Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zujubelt. In den Leserkommentaren deutscher Medien taucht häufig die Frage auf: „Warum gehen die Erdogan-Befürworter nicht in die Türkei zurück?“

Die deutsch-türkische Autorin Hülya Özkan versucht in ihrem Buch „In Erdogans Visier“, das der Knaur-Verlag ein Jahr nach dem Putschversuch veröffentlicht, zu erklären, warum der türkische Präsident „die Deutschtürken radikalisieren will und was das für uns bedeutet“. Sie stellt fest: „Die politische Einflussnahme Ankaras in Deutschland hat in letzter Zeit massiv zugenommen“ – über die Türkisch-Islamische Union (Ditib) und mittels eines Netzwerks von in Deutschland aufgewachsenen Anhängern der Regierungspartei AKP.

Dass Erdogan einen Teil der Deutschtürken erfolgreich instrumentalisieren könne, sei auch dem nur halbherzigen Interesse deutscher Politiker an den Migranten geschuldet und den Pauschalurteilen über die angeblichen „Integrationsverweigerer“. Dadurch würden manche „regelrecht in die Arme von Erdogan getrieben“.

Özkan zählt die großen Krisen im deutsch-türkischen Verhältnis auf: Der rassistische Terror Anfang der 90er-Jahre, als in Mölln und Solingen die Häuser türkischer Familien brennen. Im nächsten Jahrzehnt erschüttert die Mordserie des rechtsextremen NSU das Vertrauen der Mi-granten in den deutschen Rechtsstaat. 2010 dann der Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin. Auf den selbst ernannten Deutschlandretter folgt Erdogan, der sich als Retter der Ehre der türkischen Migranten geriert. Damit treibt er einen Keil zwischen Deutschtürken und den Rest der Bevölkerung.

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