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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

BESUCH: Eine Million Obama-Fans erwartet

22.07.2008

BERLIN Berlin im Obama-Fieber: Die Behörden der Bundeshauptstadt rechnen mit einem riesigen Andrang, wenn an diesem Donnerstag der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama (46), vor der Siegessäule im Tiergarten sprechen wird. Es würden bis zu einer Million Menschen erwartet, zitiert der Berliner „Tagesspiegel“ Ephraim Gothe, Baustadtrat des Bezirks Mitte. Laut „Berliner Zeitung“ soll sogar eine Art Fanmeile mit großen Videoleinwänden wie zur Fußball-EM geplant sein.

Wieso übt Obama auf die Deutschen eine solche Anziehungskraft aus? Nach Ansicht des USA-Experten Harald Wenzel setzt der Demokrat besonders auf den Mythos Kennedy. „Ich bin sicher, dass einige Kennedy-Posen rekonstruiert werden“, sagte der Politikwissenschaftler vom John-F.-Kennedy-Institut derFreien Universität Berlin. „Von hinten gefilmt vor vielen Menschen und dahinter das Brandenburger Tor – das wäre wieder eine seiner politischen Spitzenleistungen.“ Tagelang wurde darüber gestritten, ob der demokratische Senator vor dem Symbol der deutschen Wiedervereinigung würde sprechen dürfen. Letztlich ließ das Kanzleramt mitteilen, eine US-Wahlkampfveranstaltung vor dem Brandenburger Tor sei unerwünscht.

Über die transatlantischen Beziehungen will Obama am Donnerstagabend ab 19 Uhr reden. Jenes Kapitel, das in den Jahren der nunmehr auslaufenden Bush-Ära vor allem in Deutschland von Vorbehalten und Enttäuschungen geprägt war. Nach Erhebungen des US-Forschungsinstituts Pew hatten 2007 nur noch rund 30 Prozent der Deutschen ein positives Amerikabild. Mitte der 90er Jahre waren es noch 78 Prozent. Von Obamas Rede versprechen sich die Deutschen offenbar ein Zeichen der Versöhnung, eine Rückkehr zu harmonischeren Zeiten, als US-Präsidenten wie eben jener John F. Kennedy im Juni 1963 in der geteilten Stadt bejubelt wurden. Sein legendärer Satz „Ich bin ein Berliner“ hat sich tief ins kollektive Bewusstsein der Deutschen eingegraben.

„Es kann eine große Rede werden“, glaubt Wenzel den kommenden Donnerstag im Blick. Obama hatte sich im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bewusst in die Tradition Kennedys gestellt. Auch deshalb sei die deutsche Hauptstadt der einzige Ort, wo der Senator auf seiner Europareise eine öffentliche Rede hält – das symbolträchtige Brandenburger Tor weniger als einen Kilometer entfernt frei im Blick.

Die Öffentlichkeit wird ab 16 Uhr das Areal von der Straße des 17. Juni aus betreten können. Aus Sicherheitsgründen ist die Mitnahme von Taschen nicht erlaubt. Auch Plakate oder Transparente seien nicht gestattet, heißt es aus Obamas Wahlkampfzentrale in Chicago. Bis zur Rede sollen Musikgruppen den Wartenden die Zeit verkürzen.

Bereits um 11 Uhr wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Obama im Kanzleramt empfangen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) trifft sich mit dem Präsidentschaftskandidaten gegen 14.30 Uhr. Spekuliert wird auch über einen gemeinsamen Spaziergang mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) durch das Brandenburger Tor. Fotografen sind zugelassen, ja erwünscht. Pressekonferenzen wird es indes nicht geben.

Merkel werde beim Treffen mit Obama das von ihr ins Leben gerufene Projekt der Wirtschaftspartnerschaft zwischen der EU und den USA zum Thema machen, kündigte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin an.

Die Kanzlerin wolle ein „sehr offenes, ausführliches Gespräch“ mit Obama führen, das etwa eine Stunde dauern werde. Neben den bilateralen Beziehungen werde es auch um Fragen im Zusammenhang mit der NATO und die Lage im Irak und in Afghanistan gehen. Obama möchte ein stärkeres Engagement der Europäer in diesen Ländern. Dem Jubel könnte also der Katzenjammer folgen.

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