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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

AMTSEINFÜHRUNG: Eine Nation feiert die Zeitenwende

21.01.2009

WASHINGTON Es ist eine pompöse Kulisse, zu der sich auch Kaiserwetter gesellt. In der Wintersonne glänzen die kolossale Fassade und die Kuppel des Kapitols, einst wie auch das Weiße Haus von Sklaven erbaut. Fünfmal das überdimensionale Sternenbanner als Bühnen-Hintergrund. Und dann die Menschen. Menschen, soweit das Auge reicht. Kein Fleckchen Gras ist mehr von der Parkfläche der „National Mall“ zu sehen, Millionen drängen sich drei Kilometer weit, schwenken Fähnchen – und jubeln als Zeitzeugen eines historischen Augenblicks.

Ehefrau Michelle elegant

Um 11.43 Uhr Ortszeit betritt Barack Obama, der erste schwarze Präsident der USA, das Podium. Er wirkt – im schwarzen Wintermantel, mit schwarzem Anzug, schwarzen Handschuhen und roter Krawatte – trotz der Bedeutung des Tages entspannt, als er seinen Platz in der ersten Reihe auf der Tribüne einnimmt. Michelle, elegant im Etuikleid mit passendem Mantel aus Goldbrokat, und die beiden Töchter Malia und Sasha sitzen hinter ihm.

Und er bleibt auch kühl bei einer Herausforderung ganz besonderer Art. John Robert, der von George W. Bush berufene oberste „Supreme Court“-Richter, bringt gleich zweimal die Reihenfolge der 35 Worte des Amtseides durcheinander, als er diesen vorliest. Obama, der mit der Hand auf der Bibel Abraham Lincolns nachsprechen muss, lächelt kurz – und legt den Eid souverän in der korrekten Fassung ab. Dann ist es geschafft, und die Menge explodiert in einem Jubelsturm.

Rede macht Mut

„Größe wird nicht gegeben. Größe muss verdient werden“, sagt Barack Obama Minuten später – es ist einer der Kernsätze seiner seit Wochen immer wieder überarbeiteten Rede, die der Vereidigung folgt und in der er Aufbruchstimmung und Aufmunterung zu verbreiten sucht: Die Herausforderungen seien zahlreich und ernstzunehmen, und sie seien nicht in kurzer Zeit zu lösen. Aber, so stellt es Barack Obama hinter fünf Zentimeter dickem Panzerglas fest: „Sei dir bewusst, Amerika – wir werden sie meistern.“

Reglos verfolgen Bush und sein Vize Dick Cheney diese Worte, die natürlich auch ein Abgesang auf ihre Ära sind.

Cheney, ein unerschütterlicher Verteidiger von Guantanamo und umstrittener Verhörmethoden, hat sich beim Heben von Umzugskartons in seiner Residenz den Rücken verletzt und wurde an seinem letzten Arbeitstag im Rollstuhl auf die Tribüne geschoben. Ein Bild mit passender Symbolkraft für den Abschied von einer Regierung, deren Ansehen auf dem Tiefpunkt dümpelt.

Doch dies ist der Tag Barack Obamas, und der Blick richtet sich nach vorn. Auch in Richtung jener, die Amerika bisher mit Skepsis, Kritik oder Zorn gesehen haben.

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