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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Eisige Stimmung vor Klimagipfel

23.09.2014

New York An Umweltfolklore wird es in dieser Woche in New York nicht mangeln: Umweltschützer haben verschiedenste Aktionen während des Weltklimagipfels angekündigt. Am Sonntag fand bereits eine Großdemonstration in Manhattan statt, zahlreiche Prominente wie Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio nahmen teil. DiCaprio will mit einer Rede am Dienstag auch die Runde der politischen Gespräche mit mehr als 120 Staats- und Regierungschefs eröffnen, es wird sein erster Auftritt als „UN-Friedensbotschafter“ sein.

Neuer Esprit

Ziel des Gipfels ist es, eine gemeinsame politische Linie bis zum Jahr 2015 zu formulieren und der Eindämmung klimaschädlichen Verhaltens einen neuen Esprit zu geben. Zuletzt hatte es 2009 beim enttäuschenden Klimagipfel von Kopenhagen keine bindende Vereinbarung gegeben. Für Ban Ki Moon soll der Gipfel der Höhepunkt seiner Amtszeit als UN-Generalsekretär sein. Unermüdlich hat er darauf hingearbeitet und mit erhöhter Reisetätigkeit persönlich bei den wichtigsten Regierungschefs der Welt vorgesprochen, um sicherzugehen, dass sie kommen. Die Zahl der Zusagen sei „überwältigend“, sagt Ban.

Doch bei Klimaexperten ist die Stimmung auf dem Gefrierpunkt. Nüchtern betrachtet ist das angestrebte Ziel nämlich nur schwer zu erreichen. Es klingt nicht spektakulär, aber wenn es gelänge, die Anhebung der Weltdurchschnittstemperatur so in den Griff zu bekommen, dass sie 1,2 Grad nicht übersteigt, wäre das schon ein Riesenerfolg. Eine besondere Rolle spielen dabei die großen Schwellenländer Indien und China. Die waren bislang noch von Selbstverpflichtungen bei der Reduzierung von Treibhausgasen ausgenommen worden.

Nat Keohane, ehemaliger Berater von US-Präsident Barack Obama, sagt: „Wir brauchen viel mehr Regierungsinitiative.“ Sein Land hat zuletzt einen beachtlichen Fortschritt bei der Begrenzung von Treibhausgasen gemacht: Zwischen 2005 und 2012 konnte die Emission dieser Gase um zehn Prozent verringert werden, das ist, relativ gesehen, Weltrekord. Damit sind die USA auf gutem Weg, die angestrebte Reduzierung um 17 Prozent bis 2020 zu erreichen.

Dagegen scheint das Ziel, die Erhöhung der Welttemperatur um 1,2 Grad nicht zu überschreiten, in weite Ferne gerückt. „Wir sind nirgendwo dicht dran“, klagt UN-Klimaberater Robert Orr. „Nur die aggressivsten Programme würden uns noch dahin führen“, sagt er. Dazu wäre eine sofortige drastische Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes nötig, und die ist nicht in Sicht.

Höchster Ausstoß

Nach Angaben von UN-Meteorologen ist der Kohlendioxid-Ausstoß sogar noch immer steigend. 2012 und 2013 maßen die Experten sogar den höchsten Ausstoß weltweit seit 1984. Eine Analyse sagt aus, dass die Abschmelzung des antarktischen Eises bereits begonnen hat, und zwar irreversibel. Steve Davis von der Universität im kalifornischen Irvine sagt: „Es ist, als säßen wir in einem Auto, das mit hoher Geschwindigkeit auf einen Abgrund zurast. Und während wir darüber diskutieren, dass man doch mal langsam ans Bremsen denken sollte, wird das Auto immer schneller.“

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