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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Nachruf: „Er war ein großer Europäer“

17.06.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-06-17T05:11:24Z 280 158

Nachruf:
„Er war ein großer Europäer“

Ludwigshafen/Berlin Helmut Kohl, der Rekord-Kanzler, der Rekord-CDU-Chef – er war ein Mann, den die Menschen bejubelten oder beschimpften. Er starb am Freitag im Alter von 87 Jahren.

Als großen Staatsmann und Europäer haben deutsche Spitzenpolitiker Kohl gewürdigt. Eine sichtlich bewegte Bundeskanzlerin sagte, Kohl habe erkannt, dass die Einheit Deutschlands und Europas untrennbar miteinander verbunden seien. „Wir alle können dankbar sein für das, was er für uns Deutsche getan hat“, sagte Angela Merkel am Freitag. „Ich verneige mich vor seinem Angedenken.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnerte unter anderem an den Einsatz Kohls für die deutsch-französische Freundschaft. Diese habe Kohl gepflegt „im Bewusstsein um den Großmut und die segensreiche Bereitschaft zur Versöhnung, die Frankreich unserem Land nach Ende des Zweiten Weltkrieges entgegengebracht hat“.

„Helmut Kohl hat entscheidend zu den glücklichsten Zeiten beigetragen, die wir Deutsche je hatten“, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert: „Sein Vermächtnis, ein weltweit geachtetes Deutschland in einem friedlich geeinten Europa, bleibt die Richtschnur unseres Handelns und ist Auftrag für alle künftigen Generationen.“

Die amtierende Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) nannte Kohl eine der „herausragenden politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“. Ähnlich äußerte sich der SPD-Vorsitzende Martin Schulz. Kohl habe „historische Weichen für Deutschland und Europa gestellt und sich Verdienste erworben, die Bestand haben und nicht vergessen werden“.

Altkanzler Gerhard Schröder zeigte sich betroffen. „Obwohl wir im Jahr 1998 einen harten Wahlkampf gegeneinander geführt haben und in vielen politischen Fragen weit auseinanderlagen und -liegen, habe ich für seine historische Leistung größten Respekt“, sagte der SPD-Politiker, der Kohl im Amt nachfolgte. Auch Cem Özdemir würdigte zum Auftakt des Grünen-Parteitags die Verdienste Kohls. „Bei allem Streit, bei einer Frage haben wir uns immer vor ihm verneigt: Ein großer Europäer ist von uns gegangen.“

Auch die Führung der Linken würdigte Kohl als „eine prägende Persönlichkeit mit einem widersprüchlichen Erbe“. „Über alle politischen Differenzen hinweg steht heute die Trauer um einen großen Europäer“, erklärten die Vorsitzenden von Partei und Fraktion, Katja Kipping, Bernd Riexinger, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker reagierte betroffen: „Ich bin in großer Trauer über den Tod von Helmut Kohl, meinem engen Freund.“ Der frühere US-Präsident Bill Clinton würdigte Kohls visionäre Führungskraft. „Ich werde nie vergessen, wie ich mit ihm 1994 durch das Brandenburger Tor gegangen bin, zu einer Großkundgebung auf der Ostseite, als ich echte Hoffnung in den Augen Zehntausender junger Menschen gesehen habe“, heißt es in der Erklärung Clintons. „Ich wusste in diesem Moment, dass Helmut Kohl der Mann war, der ihnen dabei helfen konnte, ihre Träume zu verwirklichen.“

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