ERFURT - Aus dem katholisch geprägten Eichsfeld stammt CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus (51). Bis zur Wiedervereinigung arbeitete er dort als Lehrer für Mathematik und Physik und zuletzt als stellvertretender Schulleiter. 1985 trat er in die CDU ein. Seine Karriere führte nach der Wiedervereinigung über das Kultusministerium und den Fraktionsvorsitz. Er gilt als Ziehsohn von Bernhard Vogel, der ihn 2003 als Nachfolger durchsetzte.

Im Jahr darauf konnte Althaus die absolute Mehrheit knapp verteidigen. Er ist seit mehr als 25 Jahren verheiratet und hat zwei Töchter. Anfang des Jahres war er in einen schweren Skiunfall in Österreich verwickelt, bei dem eine Frau starb.

Erster Ministerpräsident der Linken in Deutschland will Bodo Ramelow (53) werden. Er ist der einzige Kandidat ohne DDR-Erfahrung. Der gebürtige Niedersachse ist gelernter Kaufmann. Nach der Wiedervereinigung übernahm er den Vorsitz der Thüringer Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen. Vor zehn Jahren stieß er zur PDS und stieg zum Fraktionsvorsitzenden und 2004 zum Spitzenkandidaten auf. Im selben Jahr verpflichtete ihn die Bundespartei als Wahlkampfleiter. Mit dem Wechsel in den Bundestag übernahm er den Vizefraktionsvorsitz. Ramelow ist in dritter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder.

Für die Sozialdemokraten tritt Christoph Matschie (48) als Spitzenkandidat an. Der Theologe kommt aus einem Pfarrhaus in Mühlhausen. In der DDR wurde ihm das Medizinstudium verwehrt. Nach der Wende zog es ihn in die Politik. Bereits Ende 1990 vertrat er Thüringen als Bundestagsabgeordneter in Bonn und stieg 2002 zum Staatssekretär im Bildungsministerium auf. Zwei Jahre später trat er als Spitzenkandidat in Thüringen an, fuhr aber mit 14,5 Prozent das bislang schlechteste Landtagswahlergebnis ein. Er hat drei Kinder aus zwei Ehen.

Der Diplom-Physiker Uwe Barth (45) will mit der FDP nach 15 Jahren Abstinenz wieder in den Landtag einziehen. Er trat 1986 der liberalen LDPD in der DDR bei. 2003 übernahm er den Landesvorsitz der FDP. Barth ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Die 35-jährige Grünen-Spitzenkandidatin Astrid Rothe-Beinlich will ihre Partei nach drei erfolglosen Wahlen über die Fünf-Prozent-Marke bringen. Die junge Frau kommt aus der kirchlichen Umweltbewegung in der DDR und wird dem linken Flügel ihrer Partei zugerechnet. Seit dem Jahr 2000 ist sie Landessprecherin der Grünen und sitzt seit 2006 im Bundesvorstand ihrer Partei.