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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Deutsche Einheit: Es geht ganz schön eng zu im vereinten Vaterland

04.10.2010

BERLIN Überall Koffer, Taschen, die Garderobe völlig überfüllt, lange Menschenschlangen – der Berliner Reichstag sieht an diesem 4. Oktober 1990 aus, als ob die letzten DDR-Bürger dem untergegangenen Honecker-Staat den Rücken kehren würden. Ein Chaos. Ein Neuanfang. Es ist die erste gemeinsame Sitzung des Deutschen Bundestags, angereist aus Bonn, und von 144 Abgeordneten der DDR-Volkskammer, die sich mit einem Festakt am 2. Oktober aufgelöst hat. 663 Parlamentarier drängen sich nun im viel zu kleinen Plenum, um ab heute das Parlament im wiedervereinten Deutschland bis zur Neuwahl am 2. Dezember zu bilden.

Eine geschichtsträchtige Sitzung, die Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) dennoch mit einem schlichten „Guten Morgen“ eröffnet.

Nach 57 Jahren versammlen sich frei gewählte Abgeordnete wieder im Reichstag, ein freies und geeintes Parlament in einem freien und geeinten Deutschland. Alt-Kanzler Willy Brandt (SPD), lange Jahre Regierenden Bürgermeister im geteilten Berlin, spricht. Auf der Tribüne sitzt ein bewegter Josef Felder. Der frühere SPD-Reichstagsabgeordnete hat alles durchgemacht: die letzte Sitzung in diesem Reichstag, bevor Deutschland in der Nazi-Diktatur versank, den Krieg, die Teilung Deutschlands – und jetzt das Vaterland wiedervereinigt. Tränen schimmern beim 90-Jährigen.

Die Plätze sind knapp in der ersten Reihe. Nur dort gibt es Pulte und Telefone für die Fraktionsführungen. Die PDS ganz links außen sitzt eine Stuhlreihe zurück versetzt – ohne Telefon.

Eine Tafel weist schlicht die 228. Sitzung des Bundestags aus. Parlamentsalltag? Nein. Ab heute gehören fünf DDR-Politiker der Kohl-Regierung als Minister ohne Geschäftsbereich an: Sabine Bergmann-Pohl (CDU), Lothar de Maizière (CDU), Günther Krause (CDU), Rainer Ortleb (FDP) und Hansjoachim Walther (DSU). Und als Kanzler Helmut Kohl (CDU) dem sowjetischen Präsidenten Michael Gorbatschow für den „unschätzbaren Beitrag zur Überwindung der Teilung unseres Vaterlandes“ dankt, klatscht das ganze Haus. Von rechts bis ganz links.

Zwei Tage zuvor haben die ständigen Vertretungen der Bundesrepublik in Ost-Berlin und der DDR in Bonn ihre Arbeit eingestellt, ebenso wie die 135 DDR-Botschaften in aller Welt. Die Nationale Volksarmee der DDR untersteht jetzt Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg. (CDU). Die DDR wird abgewickelt.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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