• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Mensch als Unfallfaktor Nummer 1

31.05.2018

Eschede Die ICE-Katastrophe von Eschede mit 101 Toten vor 20 Jahren erschütterte die Bahn als sicheres Verkehrsmittel tief. Außerdem erhält das Flaggschiff der Bahn einen tiefen Kratzer. Aus den Auslösern des Unfalls, bei dem der ICE „Wilhelm Conrad Röntgen“ am 3. Juni 1998 mit Tempo 200 gegen eine Brücke gerast ist, zieht die Bahn Konsequenzen für eine erhöhte Sicherheit. Trotzdem hat es weitere schwere Unglücke auf deutschen Schienen gegeben – etwa die Kollision von Bad Aibling mit zwölf Toten 2016 oder zuletzt den Zusammenstoß in Aichach mit zwei Toten.

Wie oft kommt es bei uns zu Bahnunfällen ?

In den vergangenen Jahren hat es jeweils zwischen 400 und 500 Unfälle mit Verletzten gegeben, wozu aber auch Unfälle an Bahnübergängen, durch Unwetter oder Arbeitsunfälle auf Betriebsgeländen zählen. Rund 150 Fahrgäste pro Jahr wurden zuletzt bei Unfällen verletzt. Während 2013 und 2014 keine Fahrgäste getötet wurden, gab es nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes 2015 drei und 2016 neun getötete Reisende. In Bad Aibling starben zudem drei Bahnmitarbeiter.

Was war nach 1998 Auslöser schwerer Unfälle?

Weil ein Lokführer in dichtem Nebel ein Haltesignal übersieht, stoßen 2011 in Hordorf in der Magdeburger Börde ein Güterzug und ein Personenzug zusammen. Auf der Strecke war kein automatisches Bremssystem für Züge installiert, die rote Signale überfahren. 2012 verursacht ein bei Bauarbeiten bei Offenbach auf dem falschen Gleis stehender Bagger einen Zusammenstoß mit einer Regionalbahn. Es gibt drei Tote und 13 Verletzte. 2014 gibt es in Mannheim 35 Verletzte, als ein Güterzuglokführer ein Haltesignal ignoriert und einen Eurocity rammt. Fehler von Fahrdienstleitern lösen die Unfälle von Bad Aibling und Aichach aus. Ein fehlerhafter Fahrauftrag ist mutmaßlich auch Auslöser des Zusammenstoßes eines Personenzuges mit einem Güterzug in Meerbusch im vergangenen Dezember mit über 50 Verletzten.

Was sagt das Eisenbahn-Bundesamt zur Sicherheit ?

Im letzten Sicherheitsbericht ist von einem hohen Sicherheitsniveau die Rede, wesentliche strukturelle Mängel wurden nicht festgestellt. Allerdings zeigten das schwere Unglück von Bad Aibling sowie weitere Ereignisse, dass dem Faktor Mensch und seinem Wirken im System Eisenbahn verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

Wo hakt es bei der Sicherheit im Einzelnen?

Die Behörde bemängelt wie schon im Vorjahr eine Zunahme der Zahl überfahrener Haltsignale. Künftig geht es um ein Verfahren, mit dem eine Zugfahrt ausnahmsweise trotz eines rot zeigenden oder defekten Signals erlaubt werden kann – ein solcher Ablauf hat den Unfall von Bad Aibling ermöglicht.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.