FLENSBURG - Drei junge Flensburger haben das verheerende Erdbeben in Haiti unverletzt überstanden. Das Trio sei über das Christliche Zentrum Nordlicht in Flensburg im Zuge eines kirchlichen Austauschprojektes am Aufbau eines Waisenhauses beteiligt gewesen, sagte der Leiter der Nordlicht-Gemeinde, Ralf Preuß, am Freitag. „Wir wissen, wo sie sind und haben Kontakt über E-Mail.“ Christopher W. (16) sowie die Geschwister Maike (27) und Timo K. (22) seien etwa 50 Kilometer von der Inselhauptstadt entfernt.

Die Mutter des Geschwisterpaares berichtete dem „Flensburger Tageblatt“ von einem Internet-Video-Gespräch, in dem ihr Sohn von sterbenden Kindern, Panik und Zerstörung sprach. „Mama, hol mich hier raus!“, sagte er. Hilfe gebe es allerdings wohl nur in Port-au- Prince, nicht aber im Umland. Seine Schwester schrieb: „Wir haben kein Wasser, keine Medikamente, keine sanitären Anlagen. Jemand muss denen sagen, dass hier keiner ist und hilft!“ Die zweiwöchige Missionsreise der Jugendlichen nach Haiti gehörte zum Programm eines neunmonatigen Aufenthaltes, der von einer amerikanischen Organisation betreut wurde. Die Rückkehr der insgesamt zehnköpfigen deutsch-amerikanische Gruppe in die USA war eigentlich für Sonnabend geplant. „Man kann noch nicht sagen, wann sie zurückkommen“, sagte Preuß.