FRANKFURT - An der Oder in Brandenburg wird voraussichtlich am kommenden Wochenende die Hochwasser-Alarmstufe 4 ausgerufen. Das kündigte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, am Dienstag bei einem Treffen mit Umweltministerin Anita Tack (Linke) in Frankfurt/Oder an. Die Oder führe bereits drei Meter mehr Wasserhöhe als um diese Zeit üblich. „Es kommt noch mehr als ein Meter hinzu.“
Noch sei der Anstieg mit etwa einem Zentimeter pro Stunde moderat, sagte Freude: „Es geht am Freitag richtig los.“ Der Hochwasserscheitel stelle sich aber voraussichtlich nur für drei Tage ein und werde den Stand von 1997 nicht erreichen. „Wir haben 1997 sechs Wochen Höchstwasserstände gehabt. So lange wird es dieses Mal bestimmt nicht dauern“, sagte Freude. Auch die Pegelmarken von 1997 würden nicht erreicht.
In Ratzdorf, Eisenhüttenstadt und Stützkow lag die Alarmstufe am Dienstagvormittag bei 1. Am Nachmittag wurde laut Freude Stufe 2 ausgerufen. An diesem Mittwoch werde mit größter Wahrscheinlichkeit Stufe 3 gelten. Derzeit würden noch verschiedene Deichbaustellen gesichert, etwa in Brieskow-Finkenheerd, berichtete Freude weiter.
In Frankfurt/Oder wurden Ausgabestellen für Sandsäcke eingerichtet, sagte Bürgermeister Martin Wilke (parteilos). Pro Haushalt gebe es 100 Säcke. Außerdem werde an einem Stegsystem gearbeitet, um den Zugang zu den Wohnhäusern zu sichern.
Das Hochwasser der Weichsel nähert sich indessen nach tagelangen verheerenden Überschwemmungen der Mündung. Der Scheitel werde in der Nacht zum Mittwoch die Ostsee erreichen, sagte Lukasz Legutko vom Hydrometeorologischen Institut IMGW am Dienstag in Warschau.
