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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Messe in Zeiten der Krise

08.09.2017

Frankfurt /Main Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Wahlkampf recht deutlich von der Autoindustrie distanziert – zum Messe-Heimspiel der deutschen Schlüsselbranche kommt die CDU-Chefin trotzdem. Zwischen Dieselangst und „New Mobility“ sucht die Internationale Automobilausstellung (IAA) vom 14. bis 24. September in Frankfurt am Main sowohl nach Antworten in der Vertrauenskrise als auch nach neuen Mobilitätskonzepten.

Der Präsident des deutschen Auto-Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, würde am liebsten nur über das Morgen reden. „Keine andere Automobilmesse setzt den Schwerpunkt Digitalisierung so stark wie die IAA“, kündigte der Lobbyist an. Stolz präsentiert der Verband große IT-Firmen wie Google, SAP und Facebook als Messeteilnehmer. Mit ihnen wird man zusammenarbeiten müssen, wenn zukünftige Autos mit ihrer Umgebung Informationen austauschen sollen – unverzichtbar für vernetztes und autonomes Fahren.

85,3 Millionen Autos

Die globalen Aussichten sind ohnehin deutlich rosiger als auf dem vom Diesel-Skandal erschütterten Heimatmarkt. 85,3 Millionen Autos werden nach Prognosen des Car-Instituts der Universität Duisburg-Essen voraussichtlich 2017 weltweit verkauft, 2,6 Prozent mehr als 2016.

Die deutschen Hersteller haben 2016 von ihren oft hochklassigen und teuren Modellen fast 16 Millionen Stück abgesetzt. Ein gutes Drittel (5,7 Millionen) davon wurde im Inland zusammengebaut, mehr als 800 000 Arbeitsplätze hängen direkt an der Kernbranche.

Bis 2020 zeichnet Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler aber ein eher düsteres Bild. Ein Mix aus stark steigenden Kosten für Elektrofahrzeuge und die Dieselprobleme dürften die Gewinne unter Druck setzen. „Mit Dieselautos hat man immer schon mehr Geld verdient als mit Benzinern“, sagt der Analyst. Doch der Dieselanteil bei neuen Autos rutscht immer stärker ab.

Das bei Autofahrern unliebsame Schlagwort „Diesel-Fahrverbot“ nehmen Politiker vor der Bundestagswahl zwar nur ungern in den Mund. Trotzdem: „Das Risiko von Fahrverboten für Diesel wird bestehen bleiben“, glaubt Pieper. Auch nach den Umstiegsprämien werde es wohl bei Rabatten bleiben müssen. Ob und wie Dieselmotoren nachgerüstet werden können, um die Stickoxidbelastung zu senken, darüber tobt weiter ein erbitterter Streit.

Die Auto-Analysten der Commerzbank sehen die deutsche Industrie dank zuletzt starker Bilanzen dennoch gut für die kommenden Herausforderungen aufgestellt. Letztlich werde die Dieselangst nur den anstehenden Transformationsprozess und Strategiewandel beschleunigen, schreibt das Team um Cedric Perlewitz. „Eigentlich hatten sich die deutschen Autohersteller auf einen Massenmarkt mit Elektroautos erst gegen Ende des nächsten Jahrzehnts eingestellt.“

Mehr Hybrid-Motoren

Nun muss alles deutlich schneller gehen, mit höheren Kosten für Forschung und Entwicklung sowie mit weiterhin großen Fragezeichen bei der Lade-Infrastruktur. Die Commerzbank-Experten erwarten daher mittelfristig deutlich mehr Hybrid-Motoren als Zwischenschritt.

Beim autonomen Fahren dürften die deutschen Hersteller und Zulieferer auf der Messe Einiges zeigen. VW hat etwa das in Genf vorgestellte Robotaxi „Sedric“ am Start und könnte mit neuen Details überraschen. Die Wolfsburger greifen den Trend auf, gerade in urbanen Räumen Fahrzeuge stärker zu teilen und besser auszunutzen. Doch Experten der Deutschen Bank warnen vor überzogenen Erwartungen. Zwar könne sich der Anteil solcher Angebote am motorisierten Individualverkehr in den nächsten zehn bis 15 Jahren verhundertfachen, würde dann aber immer noch erst 5 Prozent betragen.

Neben allen Zukunftsvisionen werden auch jede Menge Gegenwarts-Autos auf der IAA vorgeführt. Bei den Neuvorstellungen dominieren große Geländewagen (SUV), die meist von durchzugsstarken Verbrennern bewegt werden. „Das wichtigste Auto des Jahres ist auf der IAA nicht zu sehen“, kritisiert Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer mit Blick auf das Elektroauto Tesla 3, das den Amerikanern derart aus den Händen gerissen wird, dass sie einen Auftritt bei der Weltleitmesse für überflüssig halten. Wie übrigens eine ganze Reihe anderer Hersteller wie Fiat, Peugeot, Nissan, Mitsubishi oder Volvo auch.

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