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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Europas Währungshüter – die Präsidenten der EZB

25.10.2019

Frankfurt /Main Einführung des Euro, Finanzkrise, weltweite Rezession und Schuldenkrise im Euroraum: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zwei bewegte Jahrzehnte hinter sich. Drei Präsidenten hatte die gemeinsame Notenbank seit ihrer Gründung im Juni 1998 – in diesem November rückt erstmals eine Frau an die EZB-Spitze.

 Wim Duisenberg (1. Juni 1998 - 31. Oktober 2003): Die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung brachte dem Niederländer den Spitznamen „Mister Euro“ ein. Seine imposante Erscheinung mit dem weißen Haarschopf sowie sein kompromissloses Eintreten für eine stabile Währung trugen wesentlich dazu bei, dass die Europäer dem neuen Geld vertrauten. Duisenbergs Schlagfertigkeit war legendär. Duisenberg starb im Juli 2005 im Alter von 70 Jahren.

 Jean-Claude Trichet (1. November 2003 - 31. Oktober 2011): Rezession, Finanzkrise, Schuldenkrise – als EZB-Präsident steuerte der Franzose den Euroraum durch gewaltige Turbulenzen. Immer wieder musste der frühere Chef der französischen Zentralbank heikle Entscheidungen treffen. Dabei brach der EZB-Rat unter Trichets Führung auch Tabus: Die Notenbank kaufte 2010 Anleihen klammer Eurostaaten wie Griechenland, um diesen Ländern unter die Arme zu greifen. Der inzwischen 76-jährige Trichet ist auch heute noch als Ratgeber gefragt.

 Mario Draghi (1. November 2011 - 31. Oktober 2019): Mit wenigen Worten hat der Italiener Geschichte geschrieben. „Die EZB wird alles tun, um den Euro zu retten“, versprach Draghi im Sommer 2012: „Whatever it takes.“ Sein Machtwort kam für die am Abgrund stehende Eurozone zur rechten Zeit. Allerdings gibt es bis heute viel Kritik an der extrem lockeren Geldpolitik der Ära Draghi – bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Denn der ehemalige Exekutivdirektor der Weltbank (1984-1990) und spätere Goldman-Sachs-Investmentbanker (2002-2005) zog alle Register – oft gegen Widerstände auch aus dem Kreis der Zentralbanker.

 Christine Lagarde: (ab 1. November 2019): Vor Jahren lobte die Französin Zentralbanker als „Helden der Krise“. Nun rückt sie als erste Frau an die Spitze der EZB. Dass sie weder Ökonomin ist noch Erfahrungen in der Führung einer nationalen Notenbank hat, ficht die Juristin nicht an. Sie sei „keine supertolle Ökonomin“, sagte Lagarde vor einigen Jahren dem „Guardian“, aber sie habe „genug gesunden Menschenverstand“. Erfahrungen auf internationaler Bühne sammelte die frühere Synchronschwimmerin reichlich: 2007 wurde sie Wirtschafts- und Finanzministerin ihres Heimatlandes, 2011 übernahm sie als erste Frau die Führung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die heute 63-Jährige hat deutlich gemacht, dass sie eine lockere Geldpolitik auf absehbare Zeit für nötig hält. Lagarde sagt aber auch: „Wir müssen die negativen Folgen und Nebeneffekte im Blick behalten.“

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