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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Migration: Viel mehr als nur drei gewöhnliche Wörter

31.08.2020

Frankfurt Eigentlich ist Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht bekannt dafür, kurz und prägnant zu formulieren. Oft verwendet die CDU-Politikerin umständliche Schachtelsätze. Doch manchmal – gerade wenn es um wichtige Angelegenheiten geht – gelingen Merkel einprägsame Formeln.

Große Wirkung

Etwa in ihrer Fernsehansprache anlässlich der Corona-Pandemie am 18. März 2020, als sie den Bundesbürgern einschärfte: „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.“ Oder eben am 31. August 2015, als Merkel in der Bundespressekonferenz zur Aufnahme einer großen Zahl von Flüchtlingen in Deutschland sagte: „Wir schaffen das!“ Und damit versuchte, den Weg für eine Willkommenskultur für Geflüchtete frei zu machen. Wir schaffen das. Drei Wörter sind dies nur, doch sie sagen viel. „Das ist pointiert und wenig auslegungsfähig“, sagt die Mannheimer Sprachwissenschaftlerin und Politologin Heidrun Deborah Kämper. Und es wirke ganz anders, als wenn Merkel beispielsweise formuliert hätte: Wir wollen uns gemeinsam anstrengen, diese Herausforderung zu bewältigen.

Zeitpunkt klug gewählt

Der Satz „Wir schaffen das!“ strahle Zuversicht aus und sei zudem fast beruhigend, sagt Kämper. Merkels Appell sei vergleichbar mit dem Wahlkampf-Slogan „Yes, we can!“ des früheren US-Präsidenten Barack Obama.

Die Sprachforscherin verweist auch darauf, dass Merkel nicht einfach irgendwann den markanten Ausspruch von sich gab, sondern gezielt darauf hinführte. Wörtlich sagte die Bundeskanzlerin: „Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das!“

Laut Kämper, die auch Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim ist, kann das Personalpronomen „Wir“ unterschiedliche Bedeutungen haben. Es könne wie im Fall des Merkel-Satzes eine „gemeinschaftsstiftende Funktion“ haben. Sprachwissenschaftler nennen das „ein inkludierendes Wir“. Ähnlich sei dies bei „Wir gegen Corona“ oder „Wir helfen Flüchtlingen“.

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