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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Unterhaus-Wahl: Fünf Knackpunkte

10.06.2017

London Ohrfeige für Theresa May und die Tories, Riesenerfolg für Jeremy Corbyn und Labour – so kann man die Parlamentswahl der Briten zusammenfassen. Aber was steckt dahinter? Warum kehren Schotten ihren Nationalisten den Rücken, ging es nur um den Brexit, und was ist eigentlich mit Ukip los? Ein paar Erklärungen für das, was in den britischen Wahlkabinen passiert ist.

 1. Schottland

Die schottische Nationalpartei SNP hat 21 Sitze verloren, Ex-Parteichef Alex Salmond ist sein Mandat los. Das dürfte mit den SNP-Plänen für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum zu tun haben. 2014 hatten die Schotten sich zu 55 Prozent gegen die Abspaltung entschieden. Fast sensationell ist, dass die Tories 13 Wahlkreise gewannen – das beste Ergebnis für sie seit 1983.

 2. Jungwähler

Der linke Querkopf Jeremy Corbyn, 68 Jahre alt, elektrisiert vor allem die Jugend. Die Wahlkommission meldete schon im Mai, dass sich besonders viele junge Menschen registrieren ließen. Vorstellbar, dass sie nicht den gleichen Fehler machen wollten wie beim Brexit-Referendum im vergangenen Jahr.

 3. Ukip

Von fast 13 auf rund zwei Prozent, die Anti-EU-Partei Ukip ist in dieser Wahl so gut wie in der Bedeutungslosigkeit versunken.

 4. Brexit

Von Deutschland aus betrachtet sind die Folgen für die Brexit-Verhandlungen wohl das wichtigste an dieser Wahl. In Großbritannien: na ja. May wollte im Wahlkampf über Brexit reden, aber nach drei Anschlägen war innere Sicherheit das größere Thema. Außerdem hatte Herausforderer Corbyn nicht allzu viel Lust, über den EU-Austritt zu debattieren, und stellte ­soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt seiner Kampagne.

 5. Sympathie

Für Wahlen zählen nicht nur Inhalte, es zählen auch Personen. Und was Sympathie und Ausstrahlung angeht, hatte Corbyn im Wahlkampf die besseren Karten. Während Mays Beliebtheit abnahm und sie sich mit roboterhaftem Auftreten den Spitznamen „Maybot“ einfing, trauten immer mehr Briten dem kauzigen Corbyn zu, ein anständiger Premier zu sein.

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