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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Synode: Für Franziskus ist die Familie ein heiliges Thema

28.09.2015

Bonn Um die Familie geht es bei der kommenden Bischofssynode im Vatikan. Wenn die katholischen Hirten ihr Leitbild für das Zusammenleben von Partnern und Generationen erörtern, spielen neben theologischen Grundsätzen auch die eigenen Familienerfahrungen eine Rolle. Das gilt auch für Franziskus, der mehr als andere Päpste vor ihm durchblicken lässt, was Vater und Mutter, Großeltern und Geschwister für ihn und seinen Werdegang bedeuten.

Franziskus ist ein Familienmensch. Immer wieder zitiert er seine Großmutter Rosa Margherita Bergoglio. Die couragierte Frau stieg in der Kirche ihres norditalienischen Heimatdorfs einmal auf die Kanzel, um Benito Mussolini den Marsch zu blasen. Angeblich ein Grund für die Auswanderung nach Argentinien. Und Oma Rosa lehrte den Papst das Beten: „Sie hat mir viel beigebracht in Glaubensdingen.“ Noch mit seinen 78 Jahren, heißt es, hat er einen Zettel von ihr im Gebetbuch.

Es scheint eine katholische Bilderbuchfamilie: Die Eltern, Mario Bergoglio und Regina Maria Sivori, lernen sich jung kennen, in der Kirche. Nach einem Jahr heiraten sie, bekommen fünf Kinder. Den Sonntag begehen Eltern und Kinder mit Messbesuch und großem Mittagessen. Ein Hort, in dem die Geschwister unter der fürsorglichen Autorität von Mutter und Vater und unter der Liebe der Großeltern Zusammenhalt lernen, im Glauben und an menschlichen Werten wachsen – so klingt das, was vom Vorleben des Papstes bekannt ist. Jedoch: Nur zögernd kann die Mutter akzeptieren, dass ihr Ältester Priester werden will.

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Auch wenn er Heiliger Vater für 1,2 Milliarden Katholiken ist: Zu seiner einzigen noch lebenden Schwester Maria Elena und den 16 Nichten und Neffen hat er ein besonderes Verhältnis, denn „auch ein Papst hat eine Familie“. Das Grundvertrauen in die Familie blitzt bei ihm noch heute durch, auch wenn er seit mehr als 50 Jahren unter Klerikern lebt. Es sei nicht schlimm, wenn mal die Teller fliegen, sagt er Paaren. „Aber bitte denkt daran: Lasst nie einen Tag enden, ohne euch zu versöhnen! Nie, nie, nie!“

Vor der Folie der persönlichen Erfahrung sind auch Äußerungen zu lesen, die Kritik nach sich zogen: In einer Audienz bezog sich Franziskus lobend auf einen Vater, der meinte, er müsse gelegentlich „die Kinder ein bisschen schlagen – aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen“. Die Aufregung war groß; der Vatikan sprach von einem „Missverständnis“. Ähnlich handfest sprach Franziskus über die Verteidigung der Familienehre: Wer seine Mutter beleidige, könne von ihm „eins vor den Latz“ kriegen.

Seine Wertschätzung für den emeritierten Benedikt XVI. drückt er aus, indem er ihn mit einem „Großvater“ vergleicht. Oft animiert er bei Veranstaltungen zum spontanen Applaus für Großeltern und Eltern. Und immer wieder ruft er zum verständnisvollen Umgang mit Familien auf, die weniger heil sind als seine eigene.

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