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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Gaststätte „wegen Reichtums geschlossen“

05.03.2011

WITTMUND Wer auch immer in den vergangenen Jahrzehnten über Lotto-Millionäre berichtete, kam an einem Original nicht vorbei: Walter Knoblauch aus Wittmund. Nach dem Start des Lottos im Jahre 1956 war der arbeitslose Artist der erste Hauptgewinner. Sechs Richtige brachten dem 46-jährigen die für damalige Verhältnisse unglaubliche Summe von 500 000 DM ein. Der Glückspilz, der in Ostfriesland durch den Verkauf von Bürsten und Schnürsenkeln an der Haustür und auf Jahrmärkten einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hatte, tat ganz und gar nichts dafür, seinen Gewinn geheim oder für sich zu behalten. Knoblauch zeigte sich überaus großzügig, lud Gott und die Welt ein und bewies sich auch gegenüber seiner langjährigen Lebensgefährtin Elisabeth als Gentleman: Er machte ihr (natürlich mit Erfolg) einen Heiratsantrag. Die äußerst prunkvolle Hochzeit war ein gefundenes Fressen für Boulevardzeitungen und Illustrierte. Im Anschluss warf Knoblauch mit dem Geld nur so um sich. Seiner Frau kaufte er das Hotel „Zur Börse“ in Jever. Bei der Einweihungsfeier floss Freibier in Strömen. Nach Mitternacht soll Gastronomin Elisabeth auf der Theke einen Flamenco getanzt und später einem renitenten Gast eine Flasche auf dem Kopf zertrümmert haben. Das führte zum Konzessions-Entzug. Grund genug für den Lotto-Gewinner, an die Kneipe ein Schild mit der Aufschrift „Wegen Reichtums geschlossen“ zu hängen. Dieser Satz war dann auch der Titel eines Spielfilms, der 1968 mit Armin Dahl in der Hauptrolle in die Kinos kam, aber erfolglos blieb. Knoblauch hatte bereits 1958 seinen kompletten Gewinn auf den Kopf gehauen. Am 12. März 1995 starb er völlig verarmt in einem Obdachlosen-Asyl in Papenburg.

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