• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Wissenschaft: Forscher: Hitze und Dürre nehmen zu

09.08.2019

Genf Im Kampf gegen die Erderwärmung müssen die Staaten ihre Wälder besser schützen und eine klimafreundlichere Landwirtschaft fördern. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht über den Zusammenhang von Klimawandel und Landflächen. Aus dem Report geht zudem hervor, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad liegt.

„Die Landflächen stehen unter einem wachsenden, von Menschen erzeugten Druck“, sagte der Vorsitzende des IPCC, Hoesung Lee. Zugleich liege im Umgang mit dem Land auch ein Teil der Lösung. „Aber die Landflächen können es nicht allein richten.“ Umweltschützer und zahlreiche Wissenschaftler sehen in dem Bericht den Beleg, dass schnelles Handeln in möglichst vielen Bereichen unumgänglich ist.

Die Autoren des Berichts, 107 Forscher aus 52 Ländern, gehen davon aus, dass die Dauer und Intensität von Hitzewellen sowie Dürren nicht zuletzt rund ums Mittelmeer zunehmen werden. In vielen Regionen werden häufiger extreme Regenfälle vorkommen. Zugleich sieht der IPCC Gefahren für die sichere Versorgung mit Lebensmitteln. „Die Stabilität des Nahrungsmittel-Angebots wird wohl sinken, da Ausmaß und Häufigkeit von Extremwetter-Ereignissen, die die Lebensmittelproduktion beeinträchtigen, steigen werden.“

Derzeit seien rund 820 Millionen Menschen weltweit unterernährt. Ihre Zahl steigt nach UN-Daten seit einigen Jahren wieder. Laut IPCC leben rund 500 Millionen Menschen in Gebieten, die von Versteppung bedroht sind. Diese Regionen seien umso anfälliger für Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen und Staubstürme.

Ausgewogen ernähren

Es geht laut IPCC nun auch darum, die gesamte Kette der Erzeugung und des Konsums von Nahrungsmitteln zu überdenken. Eine eindeutige Empfehlung für vegetarische Kost wollen die Autoren nicht abgeben, werben aber letztlich für eine ausgewogene Ernährung, die verstärkt auf Gemüse, Getreide und tierische Waren aus nachhaltiger Produktion setzt. Für die Zucht von Schweinen und Rindern wird mehr Platz benötigt, zudem entstehen mehr Treibhausgase als beim Anbau der gleichen Menge von Proteinen in Bohnen oder Linsen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) setzt auf mehr Ökolandbau in Deutschland. Ein Anteil von 20 Prozent sei schon lange das Ziel, sagte sie in Berlin. Um dies zu erreichen, müsse die Agrarförderung der EU andere Anreize setzen. 2018 lag der Anteil bei 9,1 Prozent. Als Problem nannte Schulze auch, dass Moore in Deutschland gezielt für Landwirtschaft genutzt würden. „Wir müssen über die Wiedervernässung reden.“ Moore speicherten „enorm“ viele Treibhausgase.

Die derzeit genutzten Landflächen könnten die Welt trotz Klimawandels ernähren und Biomasse für erneuerbare Energien bereitstellen, betonte Co-Autor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. „Aber es sind schnelle und weitreichende Aktionen in verschiedenen Bereichen nötig – auch für den Schutz und die Renaturierung von Ökosystem und der Biodiversität.“

Der weltweite Temperaturanstieg liegt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit laut Bericht insgesamt bei 0,87 Grad. Über den Landflächen liegt er bereits bei 1,53 Grad, weil sich diese schneller erhitzen als die Meeresflächen. Verglichen wurden die Zeiträume 1850 bis 1900 und 2006 bis 2015. Der Klimarat hatte 2018 vor den Folgen gewarnt, falls die globale Temperatur über 1,5 Grad steigen sollte.

Jugend mobilisiert

Nach Ansicht des WWF zeigt der Bericht, dass die Welt am Wendepunkt steht. „Politik und Wirtschaft stehen in der Pflicht, Strategien etwa für eine nachhaltigere Landwirtschaft und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu entwickeln und umzusetzen“, sagte Rolf Sommer von WWF Deutschland. „Entweder wir handeln zugunsten der Erde, oder wir handeln weiter auf unser aller Kosten.“

Pörtner lobte in diesem Zusammenhang das Engagement der Jugend etwa über die Bewegung „Fridays for Future“. „Diese Mobilisierung der Gesellschaft hat Wahlen beeinflusst“, sagte der Forscher. „Das ist eine Motivationskette, die wirkt. Und sie zeigt uns, dass wir nicht nur die Politiker, sondern auch die Gesellschaft mit diesen Themen erreichen müssen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.