GöTTINGEN - Der von der CDU/FDP-Landesregierung ins Spiel gebrachte Zusammenschluss von Landkreisen stößt in Südniedersachsen auf wenig Zustimmung. Für Göttingen wäre eine Fusion „kontraproduktiv“, sagte Landrat Reinhard Schermann (CDU). Der Landkreis habe rund 260 000 Einwohner. Mit dem Kreis Northeim zusammen wären es rund 400 000. Er wolle „keinen schwerfälligen Konzern wie die Region Hannover“, so Schermann.
Auch für den Landkreis Holzminden stehe eine Fusion mit anderen Landkreisen „nicht zur Diskussion“, erklärte Landrat Walter Waske (SPD). Es gebe zwar Kooperationen, etwa die gemeinsame Feuerwehreinsatzzentrale mit Hameln-Pyrmont. „Um jedoch ein bürgernahes Angebot zukünftig vorzuhalten“, sei die Selbstständigkeit „unabdingbar“.
Der Northeimer Landrat Michael Wickmann (SPD) zeigte sich zwar „grundsätzlich offen“ für eine Fusion. Man müsse aber genau prüfen, wie die von der Landesregierung angebotene finanzielle Unterstützung aussehen soll. Es dürfe auf keinen Fall so sein, dass das Land den Kommunen Geld verspreche, das es ihnen dann beim Finanzausgleich entziehe.
Die Landkreise Goslar und Osterode reagierten zurückhaltend auf den Vorstoß der Landesregierung. Osterodes Landrat Bernhard Reuter (SPD) sagte: „Eine Fusion der Landkreise Osterode und Goslar wäre nicht naheliegend.“ Beide Kreise hätten nur den Tourismus gemeinsam.
Die wichtigen Probleme in Südniedersachsen sind nach Ansicht von Landrat Schermann ohnehin nicht durch eine Verwaltungsreform zu lösen. Die Region brauche vielmehr eine bessere Infrastruktur, den Ausbau der A7 und mehr Arbeitsplätze.
Auch aus den Landkreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg gab es verhaltene Reaktionen auf den Entschuldungspakt der Landesregierung. „Man muss erst mal die Interna kennen und sehen, was dahinter steht“, erklärte Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD).
SPD und Linksfraktion im Landtag kritisierten die Pläne der Regierung. „Erst drehen CDU und FDP durch einen eiskalten Eingriff in den Finanzausgleich den Geldhahn zu, dann lockt der Ministerpräsident mit ,Fusionsprämien’“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Hanne Modder.
