HANNOVER - Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, hat sich erleichtert über die Entwarnung für den Verzehr von Tomaten, Gurken und Blattsalaten gezeigt. „Das ist heute eine gute Botschaft für die deutschen und europäischen Gemüseerzeuger“, sagte Sonnleitner am Freitag dem Fernsehsender N24. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass der Konsum jetzt wieder auf normales Niveau ansteigt.
Die bisher entstandenen Verluste für die Gemüsebauern bezifferte Sonnleitner für die drei Produkte auf rund 65 Millionen Euro in Deutschland und zwischen 500 und 600 Millionen Euro auf europäischer Ebene.
Angst, jetzt Gemüse aus Lagerbeständen angedreht zu bekommen, müssten die Verbraucher nicht haben: „Man kann frisches Gemüse nicht lagern“, sagte der Bauernpräsident dem „Tagesspiegel“ (Sonnabendausgabe) laut Vorabbericht. „Wir versuchen, den Schaden komplett kompensiert zu bekommen“, sagte Sonnleitner mit Blick auf die von der EU-Kommission geplanten Entschädigungszahlungen. Notfalls müssten die Bundesländer und der Bund die Hilfe aus Brüssel aufstocken. Die Europäische Union will den von der EHEC-Welle hart getroffenen Gemüsebauern in Europa 210 Millionen Euro Entschädigung bereitstellen.
Mit Erleichterung hat auch Landvolk-Präsident Werner Hilse auf die Rücknahme der Warnung vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und Salaten reagiert. „Das ist generell der von den Gemüsebauern dringend erwartete Moment“, sagte Hilse. Damit höre endlich die Vernichtung von Gemüse auf, das nicht belastet war.
„Wir hoffen, dass die Verbraucher den Behörden glauben und auch wieder Vertrauen in die Produkte fassen – zumal wir mit vielen Untersuchungen nachgewiesen haben, dass sie tatsächlich EHEC-frei sind“, sagte die Sprecherin des Landesbauernverbandes, Gabi von der Brelie, am Freitag in Hannover.
Die Bauern in Niedersachsen, dem deutschen Agrarland Nummer 1, hatten besonders unter der EHEC-Krise zu leiden, seit die Behörden vor knapp drei Wochen zum ersten Mal vor Gurken, Tomaten und Salat in Norddeutschland gewarnt hatten. Hilse schätzt den Schaden allein für Niedersachsen zwischen 15 und 17 Millionen Euro.
