HANNOVER - Wenn die Niedersachsen am 27. Januar 2008 an die Wahlurnen gehen, können sie bis zu 14 Parteien ihre Stimme geben. Den jüngsten Umfragen zufolge werden die etablierten Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP keine Probleme mit dem Einzug in den Landtag bekommen. Die Linkspartei kratzt demnach an der Fünf-Prozent-Hürde. Nur geringe Chancen auf Sitze im Landesparlament werden den neun weiteren Parteien zugeschrieben, die bei Landeswahlleiter Karl-Ludwig Strelen Wahlvorschläge eingereicht haben. Endgültig über die Zulassung entschieden wird am 30. November.
Von einem erfolgreichen Wahltag gehen die Freien Wähler Niedersachsen (FW) aus, die sich erstmals auch landesweit dem Wählervotum stellen. „Unser Ziel heißt fünf Prozent plus X“, hat der Vorsitzende Peter Port als Ziel ausgegeben. Die Freien Wähler, die für ihre Kandidatur eine ordentliche Partei gründen mussten, sind sonst auf kommunaler Ebene politisch aktiv.
In dieser kommunalen Verwurzelung sehen die Landtagswahl-Neulinge ihre Chance. Nach eigenen Angaben hätten Unabhängige und freie Wählergemeinschaften bei Kommunalwahlen in Niedersachsen 2600 Mandate erreicht. Ihre Themen-Schwerpunkte für den Wahlkampf sind Demokratie, Familie, Bildung und die „Förderung des gesellschaftlichen Miteinanders“.
Als Minderheitenpartei hatte die im Juli gegründete Partei „Die Friesen“ darauf gesetzt, auch mit einem Ergebnis unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde in den Landtag einzuziehen. Diesen Sonderstatus genießt beispielsweise der Südschleswigsche Wählerverband in Schleswig-Holstein. Der Landeswahlleiter hatte dem aber eine Absage erteilt: „Ein Privileg im Landesrecht wie in Schleswig-Holstein gibt es bei uns nicht“, sagte Strelen. Im Wahlkampf wollen sich „Die Friesen“ mit regionalen Themen auseinandersetzen. Küstenschutz, Selbstbestimmung sowie der Schutz von Regional- und Minderheitensprachen stehen als Ziele im Parteiprogramm.
Trotz aller Verbotsdiskussionen – die NPD wird an den Landtagswahlen ebenfalls teilnehmen. Umfragen zufolge haben die Rechtsextremen aber keine Chance, die Fünf-Prozent-Hürde zu erreichen.
Auch ohne realistische Chance werden unter anderem die Parteien Volksabstimmung, Die Weissen, Die Grauen, Die Violetten, die Familien-Partei, die Partei Bibeltreuer Christen und die Piratenpartei ins Rennen gehen.
