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Aktualisiert vor 28 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Werbekampagne für neue Lehrer

09.08.2018

Hannover Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) redet gar nicht lange um den heißen Brei herum: Der Lehrermangel im Land zeigt teils dramatische Folgen. Mehr als 2000 Lehrkräfte müssen zwangsweise in anderen Schulen als ihrer Stammschule mit insgesamt 18 500 Stunden aushelfen, damit dort der Unterricht nicht zusammenbricht. An Haupt-, Real- und Oberschulen liegt die Unterrichtsversorgung trotzdem nur bei 95 Prozent. „Ein inakzeptabler Wert“, räumt Tonne ein. Denn schon wieder ist es nicht gelungen, die ausgeschriebenen 2000 neuen Lehrerstellen zu besetzen, nur 1880 Pädagogen, darunter 230 „Quereinsteiger“, folgten dem Ruf des Kultusministeriums.

Der Plan

Minister Tonne will mit einer großen Werbekampagne gegensteuern. Im Ministeriumsdeutsch heißt das Programm „Stabilisierungspaket“. Wichtigster Punkt: eine bessere Bezahlung von Grund-, Haupt- und Realschulkräften. Das Kabinett will im Herbst einen Beschluss fassen. Tonne: „Wir müssen die Attraktivität und das Image des Berufs Lehrkraft steigern.“ Pensionierte Lehrer will das Land zudem mit höheren Zuverdienstgrenzen locken, und auf der Anfängerseite sollen mehr Studienplätze eingerichtet werden. Tonne steht dabei im Dialog mit Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

Stärker kümmern will sich der Kultusminister auch um sogenannte „Brennpunktschulen“ in sozial problematischen Stadtteilen. Die Einrichtungen sollen gefördert und Lehrkonzepte weiterentwickelt werden. Dazu wurden 20 Projektschulen ausgewählt, unter anderem in Delmenhorst und Wilhelmshaven.

Freundlicher sieht die Lage an den Gymnasien aus. Dort dürfte die Unterrichtsversorgung, wie bei den Grundschulen auch, bei 100 Prozent liegen. Gymnasien sind damit „erneut die am besten versorgte weiterführende Schulform“, betont Tonne.

Neue Wege auch beim Fach „Werte und Normen“ in der Grundschule, das auf 40 Schulen ausgeweitet worden ist. Dazu gehören die Grundschulen in Oldenburg (Drielake und Nadorst), Jever (Cleverns), Delmenhorst (Am Grünen Kamp), Vechta (Overbergschule), Ganderkesee (Bookholzberg) und in Wiefelstede sowie in Osnabrück (Altstädter Schule) und Visbek (Gerbertschule).

Die Reaktionen

Bei den Schulpolitikern im Landtag lösen die Zahlen und Fakten zum neuen Schuljahr durch Kultusminister Tonne keine Begeisterung aus. Selbst die SPD sieht angesichts der lückenhaften Unterrichtsversorgung „keinen Anlass für Jubelstürme“. „Wir müssen mehr Menschen für den Schuldienst gewinnen“, fordert Schulexperte Stefan Politze. Die CDU-Bildungspolitikerin Mareike Wulf sieht bislang „noch nicht den großen Wurf“. Sie hätte sich von Tonne schon ein Konzept gewünscht, „wie die Unterrichtsversorgung verbessert werden kann“.

Bei Grünen und der FDP fällt der Kultusminister glatt durch. „Tonne ist und bleibt ein Ankündigungsminister“, lautet das Zeugnis von FDP–Experte Björn Försterling. Die Grünen-Expertin Julia Willie Hamburg beobachtet einen erschreckenden „Stillstand“. Es fehle jedes Konzept für Inklusion, überlastete Lehrkräfte und für einen besseren Unterricht an den Schulen.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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