HANNOVER/STUTTGART - Der eine kann als Wirtschaftskapitän in Krisenzeiten glänzen – der andere steht in der Kritik, er sei als Industriepolitiker viel zu lasch. Die Kraftprobe zwischen VW und Porsche ist auch zum Duell der Ministerpräsidenten aus Niedersachsen und Baden-Württemberg, Christian Wulff und Günter Oettinger (beide CDU), geworden.
„Nicht zuletzt dank des strategisch-klugen Einsatzes und der Moderation von Ministerpräsident Wulff konnte dieses Ergebnis erzielt werden“, lobte CDU-Landeschef David McAllister. Selbst seitens der Opposition blieb Kritik an Wulffs Vorgehen aus.
An Wulff kommen die Cheflenker der Autobauer tatsächlich nicht vorbei. Schließlich hat er – anders als Oettinger – eine Regelung im Rücken, die ihm eine machtvolle Stellung in Wolfsburg einbringt. Das umstrittene VW-Gesetz, das die EU kippen wollte, sichert dem Land Niedersachsen mit seinem 20-Prozent-Anteil an VW ein Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen.
