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Dr. Martin Schlaeger ist Hautarzt und Allergologe. In seiner Oldenburger Praxis behandelt er auch Heuschnupfen-Patienten.
Von Manon Garms
Frage:
Herr Schlaeger, was genau ist Heuschnupfen?
Schlaeger:
Es handelt sich dabei um eine allergisch verursachte Entzündung der Nasenschleimhaut und der Augenbindehäute.
Frage:
Wer ist besonders von der Erkrankung betroffen?
Schlaeger:
Betroffen sind Menschen, bei denen in der Familie eine Neigung zum Heuschnupfen besteht. Es ist also eindeutig eine erbliche Komponente vorhanden. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Städter leichter erkranken, weil sie den Pollen nicht so ausgesetzt sind und sie aus diesem Grund nicht so immunologisch gewohnt sind wie Menschen, die in ländlichen Gegenden wohnen.
Frage:
Kann man auch noch in höherem Alter Heuschnupfen bekommen, oder ist er angeboren?
Schlaeger:
Die Neigung ist zwar angeboren, die Allergie wird jedoch erworben. Man kann auch in höherem Alter erkranken. Ich behandle auch Patienten im Alter zwischen 55 und 60 Jahren, die noch nie vorher so etwas gehabt haben.
Frage:
Gibt es einen Impfstoff?
Schlaeger:
Ja, im übertragenen Sinne. Man kann die Patienten mit gereinigten Allergenen – das sind die Stoffe, die eine Allergie hervorrufen können – gegen die Pollen immunisieren und damit eine weitgehende Unempfindlichkeit erzielen.
Frage:
Welche anderen Behandlungsmethoden gibt es noch?
Schlaeger:
Es gibt sehr gute lindernde Arzneimittel. Das sind Antiallergika, die den Patienten in Form von Tabletten oder Spray verabreicht werden. Darüber hinaus können die Patienten ihren Gesundheitszustand durch eine entsprechende Lebensweise verbessern. So sollten sie sich zum Beispiel abends die Haare waschen, um die Pollen nicht mit ins Bett zu nehmen und morgens nicht lüften, da zu dieser Zeit die Pollen fliegen.
Frage:
Müssen die Patienten auch auf eine spezielle Ernährung achten?
Schlaeger:
Ein Großteil der Pollenallergien wird durch molekulare Bruchstücke der Pollen hervorgerufen, die sich auch in Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel in Haselnüssen oder in Äpfeln, befinden. Indem sie eine falsche Ernährung vermeiden, können die Patienten also zu ihrem Wohlbefinden beitragen.
Frage:
Kann Heuschnupfen geheilt werden?
Schlaeger:
Eine Heilung gibt es nicht. Mit entsprechenden Behandlungsmethoden können die Patienten jedoch weitgehend ohne Beschwerden leben.