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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Sepa:   I  B A N  ,  die Schreckliche ?

01.08.2013

Berlin Europa wächst weiter zusammen. In der Single Euro Payments Area (Sepa) wird der Zahlungsverkehr noch mehr vereinheitlicht. Für Überweisungen und Lastschriften gelten ab dem 1. Februar 2014 neue Regelungen. Ab diesem Zeitpunkt werden nicht mehr die gewohnten Kontonummern und Bankleitzahlen gebraucht, sondern IBAN – kurz für International Bank Account Number – und BIC, die internationale Bankleitzahl. Bankkunden müssen sich dann an neue Zahlenfolgen gewöhnen.

Doch wirklich neu sind die Nummern nicht. Seit Anfang 2008 bieten Banken ihren Kunden Sepa-Überweisungen an, seit 2009 auch Sepa-Lastschriften. „In der Praxis nutzen die meisten Bankkunden diese aber noch nicht“, erläutert Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Laut der Europäischen Zentralbank lag der Anteil der Sepa-Überweisungen hierzulande im ersten Quartal 2013 gerade mal bei etwa 8,7 Prozent. Zum Vergleich: In Finnland lag er im selben Zeitraum bei 100 Prozent. Die Deutschen hängen offenbar an ihrem System.

„Vielen Verbrauchern ist das Thema einfach noch nicht bewusst“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Möglicherweise schrecken Bankkunden aber auch vor der Länge der neuen Nummern zurück. Denn bei Überweisungen im Inland müssen künftig deutlich mehr Kästchen ausgefüllt werden: „Die IBAN hat in Deutschland 22 Stellen“, erklärt Tanja Beller. Derzeit haben Kontonummern in der Regel bis zu 10 Stellen.

Nur vier neue Stellen

„Die IBAN erscheint aber nur auf den ersten Blick lang und unübersichtlich“, erklärt Markus Feck. Denn die neue Nummer setzt sich zu großen Teilen aus den bekannten Daten zusammen: der bisherigen Bankleitzahl und der bisherigen Kontonummer. Neu sind ein zweistelliges Länderkennzeichen – DE für Deutschland – und eine individuelle zweistellige Prüfzahl. „Eigentlich muss man sich nur vier Stellen neu merken“, sagt der Verbraucherschützer.

Auch wenn die IBAN lang ist – Angst vor Zahlendrehern brauchen Kunden nicht zu haben. „Die Prüfzahl verhindert, dass die Überweisung bei einem Schreibfehler ausgeführt wird“, erklärt Beller. Der Bankkunde bekommt sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich etwa beim Online-Banking oder am Überweisungsautomaten vertippt, erklärt die Deutsche Bundesbank.

Wer Geld innerhalb der EU inklusive Liechtenstein, Schweiz, Norwegen und Island überweisen will, braucht zusätzlich noch die BIC, die internationale Bankleitzahl. „Für Zahlungen innerhalb Deutschlands ist die BIC ab 1. Februar 2014 nicht mehr nötig“, erklärt Beller. Ab Februar 2016 muss die BIC dann auch für grenzüberschreitende Sepa-Zahlungen innerhalb der EU nicht mehr angegeben werden. „Sie können also eine Sepa-Überweisung allein mit der IBAN in Auftrag geben.“

Übergangsfrist bis 2016

Für Verbraucher ist die Umstellung auf IBAN und BIC relativ einfach. „Wenn man die bisherige Kontonummer und Bankleitzahl bei Überweisungen verwendet, wird die Bank dafür die IBAN bestimmen“, sagt Feck. Denn bis Anfang 2016 gibt es eine Übergangfrist. „Danach hört der Spaß dann allerdings auf.“ Spätestens dann darf nur noch die IBAN zum Einsatz kommen. Bestehende Einzugsermächtigungen können nach dem 1. Februar 2014 auch für die Sepa-Lastschrift genutzt und müssen nicht neu ausgestellt werden.

Etwas anders ist das, wenn Unternehmen oder Vereine Lastschriften einreichen. Ab dem Stichtag müssen diese den Sepa-Standards entsprechen. Das heißt unter anderem: Zahlungsempfänger benötigen künftig eine Gläubiger-Identifikationsnummer. „Auch kleine Vereine und Selbstständige müssen sich darauf einstellen“, erklärt Beller. Denn ohne diese Nummer können sie nach dem Stichtag keine Lastschrift mehr einreichen. Und das kann in finanzielle Turbulenzen führen.

In Deutschland kann die Gläubiger-Identifikationsnummerbei der Deutschen Bundesbank über das Internet beantragt werden. Die Bundesbank empfiehlt, dies möglichst bis Ende Oktober zu tun. Wichtig: „Die Zahler, also die Vereinsmitglieder oder Geschäftspartner, müssen vor der ersten Sepa-Lastschrift über den Wechsel informiert werden“, erklärt Beller. Entsprechende Musterschreiben finden sich auf den Internetseiten der Bundesbank oder der Deutschen Kreditwirtschaft zu Sepa.


Mehr Infos unter   www.glaeubiger-id.bundesbank.de 
     www.die-deutsche-kreditwirtschaft.de 
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