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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Geteilte Meinung zur Freigabe im Nordwesten

09.03.2019

Im Nordwesten Seit zwei Jahren können Patienten hierzulande Cannabis auf Rezept erhalten. Genaue Zahlen zu Verschreibungen in Niedersachsen liegen zwar nicht vor, grob geschätzt gehen Experten aber von zehn Prozent des bundesweiten Werts aus, also circa 1500 Cannabis-Patienten im Jahr 2018 – und die Nachfrage steigt.

Die Meinungen zur Legalisierung von Cannabis gehen weit auseinander – selbst in puncto Legalisierung auf Rezept. Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass „eine generelle Legalisierung von Cannabis aus ärztlicher Sicht nachdrücklich abzulehnen“ sei. „Bei strenger medizinischer Indikationsstellung kann eine Cannabis-Verschreibung Patientinnen und Patienten helfen“, erklärte sie. Allerdings sei Cannabis „kein Lifestyle-Medikament, es hat erhebliche Nebenwirkungen“, sagte Wenker.

Unter anderem bremse Cannabis „nachweislich die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das Risiko von Psychosen steigt in beängstigendem Maße, mehr als jeder zehnte Konsument landet in der Abhängigkeit“, sagte Wenker. Die Abgabe von Cannabis müsste aus ihrer Sicht unter strenger Kontrolle von Ärzten erfolgen, „die auch Erfahrung mit einer solchen Substanz haben“, sagte sie.

Noch ist die Freigabe von Cannabis auf Rezept mit einigen Problem verbunden – auch für Ärzte, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Ärztinnen und Ärzte bemängeln, dass jede Therapie bei der Krankenkasse beantragt und durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geprüft und genehmigt werden muss“, hieß es. Das mache es für Ärzte schwierig, zumal es auch noch keinen festgelegten Indikationskatalog für die Verordnung von Cannabis gibt.

„Ein Großteil der Anträge wird wegen angeblich fehlender Studien von den Krankenkassen abgelehnt. Entweder werden die Genehmigungen nicht so streng erteilt, oder es gibt einen klaren Katalog, in welchen Fällen Cannabis verordnet werden darf“, hieß es vonseiten der KVN. Bei einem Katalog könnte das Genehmigungsverfahren wegfallen. Ärzte müssten in jedem Einzelfall in der Beantragung nachweisen, dass andere, alternative Therapieformen bislang nicht gewirkt haben. Diese Anträge seien vor allem auch sehr zeitaufwendig. Zunächst müssten Ärzte einen Vorantrag und anschließend den Hauptantrag stellen. Der Patient müsse vorschriftsmäßig aufgeklärt werden. Anschließend müssten die Ärzte eine ausführliche Anamnese erheben – das bedeutet, die Vorgeschichte einer Krankheit darlegen. Ein Antrag dauere laut KVN bis zu eineinhalb Stunden.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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