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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Reparieren geht über Konsumieren

06.03.2019

Im Nordwesten Manchmal sind „die da oben“ und „die da unten“ näher beieinander, als man denkt. Zumindest ließen der Anlass und die Medienpräsenz im Bremer Rathaus darauf schließen, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Bundespolitik angekommen ist. Mit einem Festakt in Anwesenheit von Heiko Maas war am Montag die zweitägige Städtepartner-Konferenz zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen offiziell eröffnet worden. Und der Bundesaußenminister sprach dabei aus, was viele längst wissen: „Nachhaltige Politik beginnt vor Ort.“

Unter dem Motto „Wir machen uns auf den Weg“ fanden Exkursionen zu Nachhaltigkeitsprojekten im gesamten Bremer Stadtgebiet sowie nach Bremerhaven statt. Internationale Delegationen aus Windhoek (Namibia), Durban (Südafrika), Izmir (Türkei), Kaliningrad (Russland), Riga (Lettland) und Tamra (Israel) konnten sich darüber informieren, was vor Ort für eine nachhaltig lebende Gesellschaft getan wird.

Dabei muss dieses Problembewusstsein gar nicht verordnet werden, denn Gedankenlosigkeit und fehlendes Gespür für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung innerhalb der Wertschöpfungskette ist für immer mehr Menschen unerträglich. Deshalb bilden sich immer mehr Initiativen, die sich zum Ziel setzen, Geräte und Gegenstände möglichst lange im täglichen Gebrauch zu halten.

Das Konzept der sogenannten „Repair Cafés“ ist nicht neu. Unter dem englisch-französischen Kunstbegriff firmieren schon lange Orte der Hilfe zur Selbsthilfe. „Ehrenamtliche helfen beim Reparieren unterschiedlicher Gegenstände. Ziel ist es nicht nur, mit einem wieder funktionsfähigen Ding nach Hause zu gehen, sondern dabei zu lernen, wie es repariert werden kann“, stellt Barthel Pester vom „Repair Café Oldenburg“ fest.

Diese Initiativen sind zahlreich im Nordwesten: „Repair Cafés“ mit regelmäßigen Treffen sind zum Beispiel in Ahlhorn, Aurich, Bunde, Cloppenburg, Emden, Ganderkesee, Großenkneten, Harpstedt, Papenburg, Varel, Wildeshausen und Wilhelmshaven zu finden.

Die Reparaturangebote umfassen die Bereiche IT/PC, Spielzeug und Fahrrad sowie Haushalts- und Elektronikgeräte, auch Nähen, Upcycling, Messer schärfen, Socken stopfen und so weiter. Bislang agierten die Einrichtungen weitgehend unabhängig voneinander, nun soll eine bessere Zusammenarbeit vorangetrieben werden.

Dazu dient auch das regionale Vernetzungstreffen für Reparatur-Initiativen „Reparieren mit Schülern und Schülerinnen“ an diesem Freitag, 8. März, im Hörsaalzentrum der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am Uhlhornsweg 86. Dieser Tag soll zudem die Möglichkeit bieten, unterschiedliche Reparaturprojekte an Schulen kennenzulernen.

In der digitalen Welt haben viele analoge Geräte aufgrund fehlender Vernetzung über Bluetooth oder WLAN keine Lebenschance mehr. Manches soll von Herstellerseite nicht oder nur von Experten repariert werden. Diese Fachleute in Reparaturbetrieben zu finden, ist nicht so einfach. Branchenportale helfen nur bedingt weiter, denn oft weisen sie auf einen Händler hin, der doch lieber ein Neugerät verkaufen möchte.

Zur verstärkten Sichtbarkeit von Betrieben, die noch selbst Hand anlegen, wird gerade ein Reparaturkompass erstellt. „Reparierbar“ soll das Buch heißen und ist damit die kleine Schwester von „Kostbar“, der Übersicht über alle Betriebe in Oldenburg und umzu, die nachhaltig wirtschaften.

Und die Liste soll weiter wachsen und lebt vom Mitmachen, sagt Barthel Pester. „Ob kleinere und größere Haushaltsgeräte, Garderobe, Möbel, Schuhe, Elektronik, Elektro, Fahrrad, Musikinstrumente oder Gartengeräte – auf unserer Homepage können die Betriebe des Vertrauens genannt werden.“

Informationen zum Projekt


     https://www.repaircafeoldenburg.org 
Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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