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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Interview: „Die Zeit des Zauderns ist jetzt vorbei“

19.02.2020
Frage: Herr Spreng, Norbert Röttgen hat als erster offiziell seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erklärt. Er wäre damit womöglich der vierte Bewerber. Läuft der Wettbewerb bei der CDU ähnlich aus dem Ruder – wie zuletzt bei der SPD?
Spreng: Nein. Bisher gibt es offiziell nur einen Kandidaten. Die anderen müssen sich jetzt erklären. Norbert Röttgen hat Bewegung in den Bewerbungsprozess gebracht. Es wird jetzt schneller gehen. Seine Bewerbung schafft Klarheit. Röttgen hat sich vor der Bundespressekonferenz auch sehr politisch beworben. Er zwingt nun die anderen Kandidaten, dies ihm gleichzutun und nicht nur über Personalien zu sprechen.
Frage: Wie schätzen Sie seine Chancen und die der anderen ein?
Spreng: Norbert Röttgen ist ein Außenseiter. Er hat gegen den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet keinerlei Chancen, gegen Friedrich Merz eine etwas größere, aber immer noch eine geringere als Merz selbst. Seine Kandidatur ist eine Rückmeldung in die erste Reihe der CDU für die Zeit nach Merkel. Er zeigt „Ich bin noch da“ und „Ich will oben mitspielen“. Es ist der Versuch einer Rückkehr in die erste Reihe. Laschet kokettiert und ziert sich. Dadurch hat er ein Vakuum in seinem Landesverband geschaffen. Laschet muss endlich für Klarheit sorgen. Die Zeit des Zauderns ist nach der Kandidatur von Röttgen vorbei.
Frage: Jeder neue Parteichef und auch der Kanzlerkandidat wird es schwer haben, wenn Kanzlerin Merkel weiterhin bis zur nächsten Bundestagswahl im Amt bleiben wird, oder?
Spreng: Das ist das Grundproblem in der CDU. Alle Beteiligten erkennen, dass Kanzleramt und Parteivorsitz in eine Hand gehören. Dieser Erkenntnis soll aber bis Ende 2021 nicht gefolgt werden. Das Gegeneinander und Nebeneinander wird damit weitergehen. Daran ist Frau Kramp-Karrenbauer teilweise gescheitert. Es ist eine missliche Lage. Sie erfordert hohe politische Kunst und Diplomatie, um das bis Ende 2021 über die Runden zu bringen. Daran würde auch eine Teamlösung nichts ändern. Es gäbe auch dann den Dualismus „Kanzleramt – Parteiführung“. Das Grundproblem, das Frau Merkel selbst erkannt und beschrieben hat, besteht für die CDU weiter fort. Es hängt auch viel davon ab, wer am Ende Parteivorsitzender wird. Herr Merz und Frau Merkel wären völlig unverträglich. Laschet oder Röttgen könnten sich vermutlich mit Merkel arrangieren.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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