• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 34 Minuten.

250-Kilo-Bombe in Rostrup gefunden
Evakuierung abgeschlossen – Entschärfung steht bevor

NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Jerusalem: Heilige Stadt im Auge des Sturms

15.05.2018

Jerusalem Riesenposter für US-Präsident Donald Trump hängen an einem Gebäude in der Nähe der neuen US-Botschaft in Jerusalem. „Trump ist ein Freund Zions“ und „Trump, mach Israel groß“, steht darauf. Auf einer US-Flagge leuchtet der Davidstern. In den Straßen wehen Fahnen beider Länder in Blau, Weiß und Rot. Jerusalem hat sich für den großen Tag hübsch gemacht.

Die israelische Dankbarkeit für die US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt kennt keine Grenzen – ebenso wie für die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv in die Heilige Stadt an diesem Montag. Immerhin wird Israel an diesem Tag auch noch 70 Jahre alt. Doch die Wut bei den Palästinensern ist mindestens genauso groß.

Die radikalislamische Hamas im Gazastreifen hatte für Montag zu einem Massenprotest mit einer Million Menschen aufgerufen – und zum Sturm auf die Grenze mit Israel. Schon Stunden vor der Eröffnung gibt es die ersten Toten. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten sind seit Ende März Dutzende Palästinenser erschossen worden, Tausende wurden verletzt.

Auch in Ramallah im Westjordanland nehmen Tausende Menschen an einem Protestmarsch teil. Die Palästinenser gedenken auch der Vertreibung und der Flucht Hunderttausender nach der Staatsgründung Israels 1948.

Die israelische Politikexpertin Einat Wilf sieht Trumps Vorstoß trotz der palästinensischen Proteste als überwiegend positiv an. „Es war schon lange an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft ihre Einstellung zu Jerusalem ändert“, sagt sie. Die Welt habe an der fixen Idee festgehalten, dass selbst West-Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt anerkannt werden könne. „Israelis leben schon seit 70 Jahren mit der klaren Einstellung, dass zumindest der westliche Teil der Stadt ihre Hauptstadt ist, unbestritten, legitim.“ Über den Ostteil könne verhandelt werden.

Die Entscheidung Trumps für die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt und die Verlegung der Botschaft war international scharf kritisiert worden. Deutschland lässt seine Vertretung in Tel Aviv. Andere Länder wollen sich den USA allerdings anschließen und ihre Botschaften ebenfalls verlegen.

Doch auch für viele liberale Israelis ist Jerusalem die Hauptstadt des Landes. „Jerusalem ist der Sitz der israelischen Regierung und daher sind Diplomaten und ausländische Botschaften Teil des dortigen Ökosystems“, erklärt Lior Schillat, Leiter des Jerusalem-Instituts für Politikforschung. Es sei daher positiv, „dass zumindest einige Botschaften nach Jerusalem umziehen werden“.

Israel hat den Ostteil Jerusalems im Sechstagekrieg 1967 erobert. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat Palästina lehnt Israel ab. Doch die internationale Gemeinschaft pocht darauf, dass der künftige Grenzverlauf in Verhandlungen beider Seiten geklärt wird. Dies hat auch Trump gesagt.

Zu der Eröffnungszeremonie der Botschaft am Nachmittag wurden 800 Gäste erwartet. In einer Videobotschaft erklärte Präsident Donald Trump sein „ungebrochenes Engagement“ für ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern. Er versprach, die Heiligen Stätten einschließlich des Tempelbergs zu schützen. Der US-Präsident hatte mehrfach den „ultimativen Deal“ im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern angekündigt. Mit der Eröffnung der Botschaft in Jerusalem erfüllt er ein Wahlkampf-Versprechen. 70 Jahre nach der Unabhängigkeit Israels gingen die USA „endlich den nächsten Schritt“, der dem Mut von US-Präsident Donald Trump zu verdanken sei, erklärte US-Botschafter David Friedman.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.