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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

„In der Ökumene ein großes Stück vorangekommen“

07.05.2018
Frage: Im Vorfeld des Katholikentags 2018 hat es in Münster Bedenken und Kritik gegeben. Ist das nicht ungewöhnlich in einer „schwarzen“ Stadt?
Sternberg: Der letzte Katholikentag war in Münster vor 88 Jahren; so sehr sich die Menschen hier auf das Ereignis freuen, war doch das Ganze vor ein paar Jahren zu weit weg. Und eine „schwarze“ Stadt ist auch Münster längst nicht mehr. Es waren vor allem linke und grüne Vertreter, die nicht recht wussten, um was es geht und die Stimmung gegen eine Beteiligung der Stadt an diesem Großevent machten. Inzwischen ist die Vorfreude ungetrübt.
Frage: Nach der Amokfahrt Anfang April ist die Frage der Sicherheit von Katholikentagsbesuchern in den Mittelpunkt gerückt. Ist die gewährleistet?
Sternberg: Es gibt ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept, das von der Polizei umsichtig ausgearbeitet worden ist. Das, was man tun kann, wird gewährleistet, auch wenn man gegen Amokläufe oder Unfälle nie und nirgends ganz geschützt sein kann.
Frage: Der letzte Katholikentag hat 1930 in Münster stattgefunden. Zum 100. Katholikentag hatte man Leipzig, Diaspora, zum Austragungsort gewählt. War das das richtige Symbol?
Sternberg: Der 100. Katholikentag fand in einer Stadt mit gerade einmal 4,3 Prozent Katholiken und etwa 20 Prozent Getauften statt. Das stellte uns drastisch eine veränderte Situation vor Augen: Wir argumentieren nicht mehr aus der Position der Mehrheit, sondern wir werben für christliche Positionen durch überzeugen und argumentieren und wollen deutlich machen, dass es gut für den Frieden in vieler Hinsicht ist, katholisch zu sein. Und: in Leipzig wächst die Gemeinde sehr stark.
Frage: Der nächste Katholikentag findet in Verbindung mit dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt/Main im Jahr 2021 statt. Werden bis dahin die unterschiedlichen Auffassungen über Eucharistie und Abendmahl bereinigt sein?
Sternberg: Das ist schwer zu sagen. In einem Punkt sind wir nun weiter: die deutschen Bischöfe haben mit großer Mehrheit die Eucharistie für nicht katholische Ehepartner nun auch offiziell zugelassen. Die kaum verständlichen Unterschiede im Amtsverständnis sind es vor allem, die einen Durchbruch behindern. Aber auch ohne dieses wichtige Zeichen sind wir in der Ökumene ein großes Stück weitergekommen. Die Ökumenischen Kirchentage und auch das Reformationsjubiläum 2017 haben dazu beigetragen. Die wichtigsten Fortschritte gelingen in den Gemeinden, vor Ort.
Hans Begerow
Leitung Politik
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2091

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