• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

ATOMKRAFT: Kein neues Kernkraftwerk seit dem GAU

08.04.2006

GöTTINGEN GÖTTINGEN - Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hielt sich im fernen Asien auf, als am 26. April 1986 im ukrainischen Tschernobyl der Reaktorblock IV explodierte und der GAU eintrat. Vom Weltwirtschaftsgipfel in Tokio aus kündigte er eine „Informationskampagne gegen die Angst vor Kernkraftwerken“ an. Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU) versuchte in Bonn, die Bevölkerung zu beruhigen: „Obwohl wir über keine genauen Informationen verfügen, ist die Lage bei uns unter Kontrolle“, sagte er am 7. Mai.

Doch viele Menschen ließen sich nicht beruhigen, Angst und Wut steigerten sich mit den Werten der radioaktiven Strahlung. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung sprachen sich damals in Umfragen für die Stilllegung der Atomkraftwerke aus. Die Anti-Atomkraft-Bewegung erhielt massenhaft Zulauf. Im ganzen Land protestierten tagelang Hunderttausende gegen die Atomenergie.

Die Nutzung der Kernkraft war bereits in den siebziger Jahren umstritten, doch erst der Schock von Tschernobyl führte in der Bundesrepublik zu energiepolitischen Konsequenzen. Nun nannten die Parteien die Atomkraft mit Verweis auf ihre Risiken eine Übergangsenergie. Die SPD beschloss auf ihrem Nürnberger Parteitag im Sommer 1986 den Ausstieg aus dieser Technologie innerhalb von zehn Jahren. Neue Atomkraftwerke wurden seit dem Unfall nicht mehr gebaut oder in Auftrag gegeben.

1998 packte die von Gerhard Schröder (SPD) geführte rot-grüne Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomkraft ernsthaft an. Mit den großen Stromkonzernen vereinbarte sie, die Laufzeit der noch 19 deutschen Kernkraftwerke auf durchschnittlich 32 Jahre zu befristen. Die Reaktoren in Stade und Obrigheim gingen während der rot-grünen Regierungszeit vom Netz.

Wind und Sonne entwickelten sich gleichzeitig zu Boom-Branchen. Im Jahr 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft. Es regelt die Abnahme und die Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen durch die Netzbetreiber und soll den Anteil von Wasserkraft, Wind und Sonne, Erdwärme und Biomasse an der Energieversorgung bis 2010 auf 12,5 Prozent erhöhen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.