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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Barschel-Affäre: Der gescheiterte Hoffnungsträger

13.09.2017

Kiel Der eine galt als zwielichtige Figur, die im Auftrag der CDU einen SPD-Politiker bespitzeln und verleumden ließ. Der andere galt als smarter Politiker, der Hoffnungsträger der SPD, der Kanzler Helmut Kohl stürzen sollte. Die Rede ist von Reiner Pfeiffer, der als Medienreferent der Staatskanzlei in Kiel und im Auftrag der CDU den beliebten SPD-Politiker Björn Engholm bespitzeln und verleumden ließ.

Reiner Pfeiffer war eine der Schlüsselfiguren der Barschel-Affäre, er starb 2015 in Hambergen im Alter von 76 Jahren. Nach dem Bekanntwerden der Affäre war Pfeiffer arbeitslos, er erhielt bis Ende 1988 eine Aufwandsentschädigung vom Spiegel. Später arbeitete er bei einem Anzeigenblatt und als Kreditvermittler. Pfeiffer hatte stets behauptet, dass der CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel ihn beauftragt habe, was letztlich nicht bewiesen werden konnte. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb deshalb, man müsse von einer Spiegel-Affäre und nicht von einer Barschel-Affäre sprechen.

Für die SPD hallte die Affäre noch lange nach. Sechs Jahre später kam nämlich heraus, dass auch Ministerpräsident Björn Engholm schon vor der Landtagswahl 1987 vom Treiben Pfeiffers wusste – im parlamentarischen Untersuchungsausschuss hatte er das Gegenteil behauptet. Und es kam heraus, dass der frühere SPD-Landeschef Günther Jansen dem Strippenzieher Pfeiffer 1988 und 1989 umgerechnet jeweils mindestens 10 000 Euro zugesteckt hatte. Die SPD stürzte in eine Glaubwürdigkeitskrise und verlor in Engholm den Parteichef und ihren Kanzlerkandidaten.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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