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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Wenn selbst dem größten Seebären speiübel wird

15.08.2019

Kiel /Neustadt Bleich wie eine Wand und richtig übel: Wen die Seekrankheit erwischt, der leidet. Mancher fühlt sich nur bleiern und antriebslos, andere spucken sich die Seele aus dem Leib und würden am liebsten über Bord gehen. Nicht nur Touristen, auch echte Seebären. „Wenn wir aus dem Hafen auslaufen und die Wellen gleich fünf, sechs Meter hoch sind, dann habe ich erst mal ein, zwei Stunden Unwohlsein“, sagt der Kommandant des Marine-Segelschulschiffs „Gorch Fock“, Kapitän zur See Nils Brandt.

Bei den Formen der Kinetose, zu denen die Reise- und die Seekrankheit gehören, „handelt es sich um keine Krankheit im engeren Sinne, sondern um eine im Grundsatz zunächst normale Reaktion auf einen Sinneskonflikt, die schwere Ausmaße annehmen kann“, sagt Prof. Andreas Koch vom Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine. Niemand sei davor sicher: „Jeder Mensch kann seekrank werden – vorausgesetzt er hat ein funktionierendes Gleichgewichtsorgan.“

Auslöser der Seekrankheit sei die Diskrepanz der Wahrnehmungen. Was Reisende in ihrer Kabine sehen und spüren, passt einfach nicht zu dem Bild, das sich ihnen beim Blick durch das Bullauge zeigt. Manche sind empfindlich für das kaum merkliche „Rollen“ großer Kreuzfahrtschiffe. Ihr Körper schüttet Stresshormone wie Histamin aus. Zuviel davon führt zu Übelkeit und Erbrechen. „Selbst Fische können Symptome der Seekrankheit aufweisen“, sagt Flottenarzt Koch. Er sucht Gegenmittel, die nicht die Nebenwirkungen von Reisetabletten (Antihistaminika) haben. „Sie haben alle den Nachteil, dass sie etwas müde machen“, sagt Koch. Deshalb dürften Piloten sie nicht nehmen.

Was genau Seekrankheit auslöst, ist bei jedem Menschen anders. „Viele reagieren auf See auf das Rauf und Runter des Schiffs“, sagt Koch. Generell seien langsame Bewegungen wesentlich problematischer als schnelle Vibrationen – beispielsweise leichte Rollbewegungen eines Kreuzfahrtschiffs. „Eine Welle alle fünf Sekunden, die fährt den Menschen in den Magen. Dafür sind die meisten anfällig.“

Seekrankheit kann auch auf großen Pötten auftreten. „Bei unseren Kreuzfahrten versuchen wir immer, Seegebiete zu meiden, in denen wir Bewegungen auf dem Schiff erwarten“, sagt Kapitän Kjell Holm von Tui Cruises. Und mit einer Reisetablette, die meist müde mache, seien die vielen Aufgaben einer Schiffsbesatzung nicht vereinbar. Eine mögliche Lösung: Für Vitamin C konnte in einer Untersuchung gezeigt werden, dass es die Symptome der Seekrankheit lindern kann, aber nicht müde macht.

Auch an Bord des Dreimasters „Gorch Fock“ habe die Besatzung mit Vitamin-C-Präparaten Erfolge erzielt, sagt dessen Kommandant Brandt. Generell seien Jüngere eher betroffen als Ältere, Frauen eher als Männer, sagt Koch. Manchmal reiche es bereits, die Augen zu schließen.

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