KINSHASA -
Von Ulrike Koltermann
KINSHASA  - Das Hauptkontingent der Bundeswehr ist auf dem Weg ins zentralafrikanische Einsatzgebiet – doch von dort kommen nicht nur gute Nachrichten. In Kinshasa wurde ein kongolesischer Journalist erschossen. Der 64-Jährige hatte mehrere regierungskritische Artikel veröffentlicht. Er sei von einer Gruppe bewaffneter Männer in seinem Haus überfallen und getötet worden, berichtete das von den Vereinten Nationen unterstützte Radio Okapi. Dagegen sind sechs Wochen nach ihrer Entführung durch Milizen fünf nepalesische UN-Soldaten frei gelassen worden.Die Bundeswehr verlegt von diesem Montag an ihr Hauptkontingent für den Kongo-Einsatz nach Afrika. Bis zum 18. Juli sollen die 780 an der EU-Mission beteiligten deutschen Soldaten in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa und im Nachbarland Gabun eingetroffen sein (als Teil einer etwa 2000 Mann starken EU-Truppe). Nur 280 deutsche Soldaten werden in Kinshasa stationiert. Insgesamt beziehen 1100 EU-Soldaten in der Sieben-Millionen-Metropole Posten.
Geleitet wird die EU-Truppe von dem deutschen General Karlheinz Viereck. Die Deutschen wären im Ernstfall für die Rettung von Wahlbeobachtern zuständig.
Die Zelte der Deutschen standen am Wochenende schon; die Feldbetten auch. Riesige Antonow-Transportmaschinen flogen Fahrzeuge und anderes Material ein. Auf dem ehemaligen Flughafen Ndolo in Kinshasa füllte sich auch allmählich das Hauptquartier der europäischen Eingreiftruppe, die neben der UN-Mission MONUC die geplanten Wahlen im Kongo absichern soll.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gab nochmals Deckung: Er nannte den Einsatz notwendig zur Stabilisierung Zentralafrikas. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte nach einem Treffen mit Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, Südafrika halte den Einsatz der EU und Deutschlands im Kongo für richtig.
