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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Coronavirus: Von Wahn nach Wuhan und schnell wieder zurück

01.02.2020

Köln /Germersheim /Wuhan Fünf Tage lang haben der Krisenstab im Auswärtigen Amt und die Bundeswehr diesen Moment vorbereitet. Am Freitag, kurz vor 11, kann Außenminister Heiko Maas (SPD) dann endlich verkünden: „Es liegen jetzt alle Genehmigungen der chinesischen Behörden vor, die wir brauchen, um unsere Landsleute zu evakuieren.“

Eine Stunde später hebt der graue Airbus A 310 „Kurt Schumacher“ der Luftwaffe von Köln-Wahn ab. Mit dem Flug sollen rund 90 Deutsche aus der besonders schwer vom Coronavirus betroffenen Provinz Hubei in China nach Hause geholt werden. Auch etwa 40 Familienangehörige ohne deutschen Pass dürfen mit.

Wegen des Ausbruchs des Coronavirus ist die chinesische Elf-Millionen-Metropole Wuhan in dieser Provinz weitgehend von der Außenwelt abgeschottet worden, alle Flüge, der Nah- und Fernverkehr wie auch der normale Autoverkehr wurden eingestellt.

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An Bord sind auf dem Hinflug laut Luftwaffe 29 Männer und Frauen als Besatzung: Neben den Piloten ein Fliegerarzt, Sanitäter, Ladungsmeister, Techniker, Mitglieder des Krisenunterstützungsteams sowie Feldjäger, also Militärpolizisten.

Reguläre Maschine

Extreme Sicherheitsbedingungen gelten auf dem Luftwaffen-Flug nicht. Das Flugzeug ist – abgesehen von der militärischen Außenfarbe – eine Passagiermaschine. „Wie eine normale Linienmaschine der Economy-Klasse konfiguriert, hat die Maschine Platz für bis zu 214 Passagiere“, schreibt die Bundeswehr über das Flugzeug. Immerhin: Der Luftkreislauf der Piloten lässt sich von dem der Passagiere trennen.

Das medizinische Gegenstück zu dem Airbus wäre der „Airbus A310 MedEvac“ – eine Art fliegendes Krankenhaus zur medizinischen Evakuierung von Patienten über große Distanzen. Dieses Flugzeug könnte sechs Intensivpatienten und weitere 38 Patienten liegend transportieren.

So ernst ist die Lage aber nicht: Die für den Flug angemeldeten Deutschen und ihre Angehörigen zeigen bisher keine Krankheitssymptome. In Wuhan werden sie vor dem Abflug von den chinesischen Behörden noch einmal untersucht. Sollten diese dann doch noch einen Verdacht feststellen, kann die Ausreise verweigert werden.

In einem Schreiben informierte das Auswärtige Amt die Passagiere über den geplanten Starttermin und die Bedingungen für die Mitreise. Dabei handelt es sich vor allem um folgende Punkte:

 Das Angebot des Mitflugs gilt für die angeschriebenen deutschen Staatsangehörigen, ihre Ehepartner und ihre Kinder.

 Es dürfen nur Personen ausreisen, die zum Zeitpunkt der Ausreise gesund sind. Die chinesischen Behörden werden vor dem Einstieg in den Flieger einen Gesundheitscheck durchführen und können bei Symptomen oder Verdacht auf eine Erkrankung die Ausreise verweigern.

 Die Kosten des Flugs wird überwiegend die Bundesregierung tragen, die Passagiere müssen sich allerdings beteiligen. „Die konkrete Höhe der Kostenbeteiligung steht bisher nicht fest. Sie wird sich an der Höhe eines normalen Economy-Flugtickets orientieren“, heißt es in dem Schreiben.

 Das Verfahren nach Einreise in Deutschland werde zwischen den zuständigen Gesundheitsbehörden abgestimmt. „Sie müssen damit rechnen, dass Ihre Mobilität in der ersten Zeit in Deutschland deutlich eingeschränkt wird“, heißt es in dem Schreiben des Auswärtigen Amts.

Quarantäne in Kaserne

Die Ankunft der Passagiere in Deutschland ist an diesem Samstag vorgesehen. Nach einer ersten Untersuchung in einer mit Feldbetten ausgestatteten Turnhalle am Frankfurter Flughafen werden sie dann per Bus in die Südpfalz-Kaserne am Rande von Germersheim gebracht. Dort sollen sie 14 Tage in Quarantäne verbringen. Damit wird die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen – überbrückt. Die Besatzung wird nach der Rückkehr in Deutschland getrennt von den Passagieren medizinisch betreut werden.

Die Luftwaffe hatte sich seit Tagen bereitgehalten und war praktisch durchgehend startbereit. Was fehlte, war das offizielle „Go“, weil Details der Rückholung nicht geregelt waren: darunter die Zustimmung der chinesischen Behörden, aber auch die Frage, wie genau die Isolierung der möglicherweise ja infizierten Passagiere organisiert werden soll.

Die Kaserne sei für eine Quarantäne gut geeignet, sagt der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel. „Es ist ein abgegrenztes Gelände. Für die Menschen stehen in einem großen Gebäude Einzelzimmer mit Nasszellen bereit.“ Er habe den Eindruck, dass bestmögliche Vorbereitungen getroffen worden seien.

Die Quarantäne haben die Passagiere aus Wuhan als notwendiges Übel akzeptiert. „Ich verstehe, warum die Maßnahme getroffen wurde“, sagt eine wartende Frau am Flughafen, die namentlich nicht genannt werden will. „Aber freuen tut man sich jetzt nicht darauf.“

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