KöLN - Kleine Digitalkameras, die in jede Jackentasche passen, kennen wir schon. Neu an diesen „Fotozwergen“ ist deren Reichweite. Objektive mit zehnfachem Zoom, unterstützt von hochmodernem Verwackelungsschutz, erlauben beinahe alles: Tierfotografie, Bilderserien oder eindrucksvolle Fotos vom nächsten Feuerwerk. Dabei haben die Hersteller endlich auf ihre Kunden gehört, und den einst unbeliebten Knipskisten echte Weitwinkel-Eingangsbrennweiten spendiert. Das war bisher wegen der unwillkommenen Verzeichnung kaum möglich. Ausgeklügelte neue Objektiv-Konstruktionen reduzieren diesen Effekt nun deutlich.
Was können sie noch, die kleinsten der Kleinen? Einige stellen im Haustiermodus Hund oder Katze scharf. Und nicht nur das. Die Kamera „merkt“ sich das Gesicht von Kater Felix oder Schäferhund Fritz auch noch und erkennt sie später, im Wiedergabemodus, auf Anhieb. Diese Art der Gesichtserkennung gab es bis gestern nur für Menschen.
Schon eher in die ernsthafte Schublade passt der GPS-Sensor zur Positionsbestimmung der Kamera. Fotografen, die mit einer neuen Spiegelreflex liebäugeln, suchen da nach dem Geotagging beinahe vergeblich. GPS gibt es seriell nur bei Sony (A 55 V). Nikon bietet eigene Zusatzgeräte an, bei Canon ist noch gar nichts in Sicht.
Da hilft wieder nur der Griff zum kompakten Kamerazwerg. Panasonic, vielfach gelobt und ausgezeichnet für die Lumix-Serie, stellt in Köln die Lumix TZ 10 vor. Ihr GPS-Modul empfängt Satellitendaten und bestimmt die Position. Die Geokoordinaten speichert Panasonics jüngster Spross in den Metadaten der Fotos ab. Mit Hilfe dieser Daten lassen sich die Fotos später auf Karten anzeigen oder nach Aufnahmeort sortieren. Bereits ab Werk, fertig eingespeichert, hält die Lumix TZ 10 nach Herstellerangaben 500 000 Sehenswürdigkeiten aus 73 Ländern vor, deren Namen die Kamera auf den Bildern einblendet. Dazu gibt es völlig ausreichende 12,1 Megapixel und HD-Videos kann die Kleine selbstverständlich auch.
Als Designkamera bezeichnet Fujifilm die in Köln Premiere feiernde Finepix Z 800 EXR mit Touch Screen. Keine unnötige Taste stört den Gesamteindruck der „rasanten Schönheit“. Interessant: Mit der später rund 199 Euro kostenden Finepix lassen sich ganz einfach 360 Grad Panoramafotos herstellen. Auslöser drücken, Kamera nach links oder rechts schwenken, fertig. Die Fuji kombiniert die Bilder zu einer übergangslosen Panoramaaufnahme direkt in die Kamera. Fotobegeisterte Damen, die eine Kamera passend zur Handtasche suchen, wählen aus in den Farben Schwarz, Rot, Gold oder Pink.
Neben den neuartigen Panorama-Highlights, die auch andere Hersteller im Angebot haben, dürfte auf der weltweit größten Fotomesse in Köln die 3D-Technologie im Mittelpunkt des Interesses stehen. Sehr ausgereift war das in den letzten Jahren alles noch nicht. Fuji und Sony versprechen Fortschritte.
Kurioses kündigt Samsung an, will einen ganz neuen Trend bedienen: Kompaktkameras mit zwei kleinen Bildschirmen. Einer, wie bisher, hinten, der andere auf der Frontseite. Wer die Kamera mit ausgestrecktem Arm auf sich selbst richtet und abdrückt, konnte bislang nur hoffen, mit auf dem Foto sein. Dank des vorderen Bildschirms bleibt das jetzt nicht mehr dem Zufall überlassen.
Die Spiegelreflex-Hersteller Nikon und Canon locken in Köln mit allerlei neuer Ausstattung. Frisch im Angebot sind die Canon 60D mit schwenkbarem Monitor, die Nikon D7000 und die Nikon D 3100 mit Full-HD-Video.
