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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

AIRBUS-KRISE: Kostendruck gefährdet Stellen

05.10.2006

HAMBURG /TOULOUSE /PARIS HAMBURG/TOULOUSE/PARIS/DPA - Es ist paradox: Nie ging es Airbus besser – und nie war der weltgrößte Anbieter von Passagierflugzeugen in einer tieferen Krise. Während die Produktion heiß läuft und die Werke bis Ende 2010 voll ausgelastet sind, plant Airbus einen drastischen Abbau der Belegschaft. Viele der 57 000 Airbus-Beschäftigten und Zehntausende Mitarbeiter von Zulieferern bangen nun um ihre Jobs. Mit der Fluglinie Singapore Airlines greift inzwischen der erste Airbus-Kunde auf den Konkurrenten Boeing zurück. Die A380-Bestellungen werden aber nicht storniert.

Noch vor wenigen Wochen hatte Airbus händeringend neue Mitarbeiter gesucht. Schließlich muss ein Rekord-Auftragsbestand von mehr als 2100 Flugzeugen abgearbeitet werden. Dazu werden neue Großprojekte wie die A350 geplant. Doch das Milliardengrab A380 lässt Airbus keine Wahl: Die Kosten müssen drastisch runter. Airbus-Chef Manfred

Streiff sieht aber keinen Stellenabbau in der Produktion. „Ich erwarte keine Reduzierung der Stellen bei den Werkern, weil die Auftragsbücher voll sind“, sagte er Medienvertretern am Mittwoch. „Bei den Zeitarbeitskräften außerhalb der Produktion wird gespart werden müssen.“ Schlimmer wird es die Verwaltungen treffen. „Die Kosten für Material, Qualitätssicherung und Verwaltung sollen um 30 Prozent reduziert werden“, sagte Streiff weiter. Man werde auch weniger Aufträge für Consulting und Werbung vergeben. Streiff schloss weder längere Arbeitszeiten noch Lohnkürzungen und Abstriche bei Weihnachts- oder Urlaubsgeld aus. „Diese Dinge stehen aber nicht auf der Tagesordnung.“

Luftfahrtzentren wie Hamburg und Toulouse müssen nicht nur um Jobs bei Airbus fürchten, sondern auch um Tausende Stellen bei den meist mittelständischen Zulieferern. Nach dem Vorbild der Autoindustrie drängt EADS jetzt die Lieferanten zu Zugeständnissen. Wer kann, wird künftig billiger in Osteuropa oder Asien produzieren. In Hamburg kommen zu 12 000 Airbus-Werkern 8000 bei Lieferanten. Im Südwesten Frankreichs arbeiten von 60 000 Beschäftigten der Branche 37 000 direkt oder indirekt für Airbus.

Airbus erhält für seinen Sanierungsplan „Power8“ die Rückendeckung der französischen Regierung. Der Plan sei „realistisch und glaubwürdig“, sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton am Dienstagabend im französischen Fernsehen.

Mit Singapore Airlines greift indes der erste A380-Käufer auf den Airbus-Konkurrenten Boeing zurück. Die Fluggesellschaft wird ihre geplante Kapazitätserweiterung zunächst mit 19 neuen Maschinen des Typs Boeing 777-300 verwirklichen, teilte sie am Mittwoch mit. Storniert werde aber keine der zehn A380-Festbestellungen. Airbus werde eine Entschädigung für die Verzögerung zahlen, hieß es. Die Airline soll im Oktober 2007 die erste Maschine erhalten.

Auch die australische Qantas zeigte sich enttäuscht über die Verzögerung. Mit dem verlängerten Einsatz der Boeing 747-400 könne man aber Kapazitätsprobleme vermeiden, sagte Finanzchef Peter Gregg in Sydney. Qantas hat zwölf A380 geordert. Größter Kunde ist Emirates mit 43 Bestellungen vor der Lufthansa mit 15 Maschinen. Die bekommt die erste A380 nach eigenen Angaben nun erst 2009.

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