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Lebensmittel „Wir arbeiten auch an Wochenenden durch“

Norbert Wahn

FRAGE:

Herr Haunhorst, das Lebensmittelinstitut Laves untersucht derzeit Eier, die im Verdacht stehen, mit Dioxin verseucht zu sein. Wie weit sind Sie mit der Arbeit?

HAUNHORST

: Zur Zeit haben wir 34 Eierproben in der Bearbeitung. 30 sind schon untersucht worden, vier Ergebnisse stehen noch aus. Darüber hinaus sind einige Fleischproben in der Untersuchung. Dabei handelt es sich um Schweine- und Putenfleisch. Hinzu kommen noch einige Futtermittelproben. Außerdem haben wir sechs Milchproben bekommen.

FRAGE:

Geht es hierbei ausschließlich um Dioxin?

HAUNHORST

: Ja. Unser Labor arbeitet jetzt wieder an seiner Kapazitätsgrenze. Das ist eine sehr feine und aufwendige Analytik. Und auch die Aufbereitung der Proben ist sehr schwierig, das ist nicht so einfach zu machen. Wir haben sonst eine Kapazität von 700 bis 800 Proben im Jahr für diesen Bereich, wenn es alles geordnet läuft. Das ist momentan deutlich mehr. Deswegen arbeiten wir jetzt auch an den Wochenenden durch, um damit durchzukommen.

FRAGE:

Wie steht es denn um die Fettproben, die im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in Bösel genommen worden sind?

HAUNHORST

: Das sind 15 Proben. Sie stehen für uns in der Priorität momentan nicht ganz oben. Ich will das auch begründen: Die Staatsanwaltschaft ermittelt in einem Strafverfahren und will Tatbestände dingfest gemacht haben, dass womöglich etwas getan wurde, was illegal war. Das bewältigt aber in Anführungsstrichen die Vergangenheit. Wir müssen aber gucken, ob Lebensmittel oder Futtermittel noch gefährdet sind. Und die Rückstellproben auch aus Bösel von der Firma Harles & Jentzsch werden in Schleswig-Holstein untersucht, um daraus noch Rückschlusse ziehen zu können, ob andere Futtermittel vielleicht noch oder wie sie denn belastet sind. Für uns hat der Verbraucherschutz eine wesentlich höhere Relevanz. Und deshalb würde ich derzeit eine Lebensmittelprobe nicht liegen lassen.

FRAGE:

Ist denn in dem Betrieb in Bösel alles mit rechten Dingen zugegangen?

HAUNHORST

: Es gibt eine Registrierung nach dem Futtermittel- und Lebensmittelgesetzbuch. Das schreibt dem Unternehmer vor, der Behörde seine Tätigkeit anzuzeigen. Diese Firma ist registriert als Lager und Transporteur – und nicht als Futtermittelhersteller oder -mischer.
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