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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

KINDERMORDE: Levke mit Kabelbinder erdrosselt

10.05.2005

STADE Seine achtjährigen Opfer hat der 31-Jährige in sein Auto gelockt. Dann missbrauchte und tötete er die Kinder.

Von Wolfgang Heumer

und Ulrich Steinkohl STADE - Immer wenn es um Details seiner Verbrechen geht, versteckt sich Marc Hoffmann. Er verschwindet fast hinter der hölzernen Brüstung der Anklagebank – als wolle er die Einzelheiten nicht an sich heranlassen. Sein sonst blasses Gesicht verfärbt sich rot. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Ermordung der achtjährigen Levke aus Cuxhaven steht er am Montag in Stade vor Gericht. Die Anklage wirft ihm zudem vor, den ebenfalls achtjährigen Felix aus Neu Ebersdorf bei Rotenburg/Wümme sexuell missbraucht und umgebracht zu haben. Hoffmann gesteht beide Verbrechen.

Keine zehn Meter von ihm entfernt sitzt Ulrike Straßheim im Gerichtssaal. Die Mutter Levkes hebt in diesen Momenten den Blick zur Decke des Schwurgerichtssaales. Manches Mal scheint es, als kämpfe sie mit den Tränen, während ihr Mann Thomas neben ihr still die Hände knetet. Zum Auftakt des Prozesses vor der Schwurgerichtskammer Stade sind dies fast die einzigen sichtbaren Emotionen.

In einem dunkelblauen Sweat-Shirt, Jeans und Turnschuhen kommt der Angeklagte fast unbemerkt in den Gerichtssaal. Zwei Justizbeamte führen ihn zur Anklagebank. Handschellen oder gar Fußfesseln trägt er nicht. Dann verliest Staatsanwältin Anka Demke die Anklage. Zum ersten Mal werden die beiden Verbrechen genauer beschrieben. Hoffmann habe beide Kinder unter einem Vorwand in sein Auto gelockt. So habe er zu Levke gesagt, ihrer Mutter sei etwas zugestoßen. Hoffmann missbrauchte die Schülerin und tötete sie, um die erste Tat zu vertuschen. Mit einem Kabelbinder habe er das Mädchen erdrosselt.

Knapp ein halbes Jahr später habe Hoffmann den achtjährigen Felix mit dem Hinweis zum Mitkommen überredet, bei ihm zu Hause sei „etwas vorgefallen“. Der Mann habe auch Felix zu sexuellen Handlungen gezwungen und ihn anschließend erwürgt.

„Herr Hoffmann, es steht Ihnen frei, sich zu den Anklagepunkten zu äußern“, sagt der Vorsitzende Richter Berend Appelkamp, der zu Prozessbeginn Beteiligte und Zuschauer gebeten hatte, „ruhig und besonnen zu bleiben“. Doch statt des Angeklagten redet sein Anwalt Jost Ferlings und räumt im Namen seines Mandanten alle Taten voll ein. „Herr Hoffmann steht vor den Taten mit einigem Entsetzen“, sagt er und gibt bekannt, dass sich der Angeklagte selbst nicht äußern will.

Als erster Zeuge wird der Polizist Thomas von Bargen gehört. Er schildert, wie Hoffmann Anfang Dezember 2004 sein Geständnis im Fall Levke abgelegt hat. „Er hat lange mit sich gekämpft. Wir haben ihm dann fünf Minuten Ruhe gelassen. Dann hat er erzählt.“ Zum Beispiel, dass das Motiv für seine erste Tat ein vorausgegangener Streit mit seiner Frau gewesen sei. Nach dem Mord habe er die Leiche zunächst südlich von Bremerhaven versteckt, am nächsten Tag aber ins Sauerland gebracht.

Die Polizei hatte laut von Bargen am 8. und am 10. September vergangenen Jahres erstmals Hinweise auf Hoffmann erhalten. Dies war noch Wochen vor dem Mord an Felix. Mitte November, knapp drei Wochen nach dem Verschwinden des Jungen, sei Hoffmann erstmals vernommen worden.

Der zweite Zeuge, der Polizeibeamte Joachim von Glahn, berichtet, wie das Alibi des 31-Jährigen platzte; eine freiwillig abgegebene Speichelprobe habe zu DNA-Strukturen gepasst, die auf Levkes Sachen gesichert worden waren.

Der Prozess wird heute mit der Vernehmung von Levkes Mutter fortgesetzt.. Einige Kindermorde sind seit Jahren nicht aufgeklärt:

Auf rätselhafte Weise verschwindet am 5. September 2001 der neunjährige Dennis aus Osterholz-Scharmbeck über Nacht aus einem Schullandheim in Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven. Zwei Wochen später wird seine Leiche in einem 40 Kilometer entfernten Waldstück bei Zeven gefunden. Der Junge wurde erstickt.

Am 28. Juni 2001 kommt in Bremen die zehnjährige Adelina von einem Besuch bei ihrem Urgroßvater nicht zu ihrer Mutter zurück. Drei Monate später wird sie tot bei Bremen in einem Wald gefunden. Das Mädchen wurde sexuell missbraucht.

Der elfjährige Tobias aus dem schwäbischen Weil im Schönbuch bei Filderstadt (Baden-Württemberg) wird am 30. Oktober 2000 an einem Angelsee nahe der Ortschaft erstochen aufgefunden. Er war von einer Radtour nicht nach Hause gekommen.

Am 2. September 1999 verschwindet die achtjährige Johanna nach dem Besuch eines Sportplatzes in ihrem Heimatort Ranstadt-Bobenhausen (Hessen). Sieben Monate später werden Leichenteile des Mädchens von einem Spaziergänger rund 85 Kilometer entfernt nahe der Autobahn Frankfurt-Kassel gefunden.

Am Morgen des 28. Oktober 1998 verlässt die elf Jahre alte Jessica aus Berlin die elterliche Wohnung und bleibt verschollen. Zweieinhalb Monate später wird ihre Leiche in Morl bei Halle (Sachsen-Anhalt). Jessica wurde von ihrem Mörder sexuell missbraucht.

Auf dem Rückweg von ihrer Schule ist im Februar 1996 in Düsseldorf die achtjährige Deborah Sassen spurlos verschwunden. Seitdem gilt das Mädchen als verschollen. Auch eine weltweite Polizeifahndung im Internet blieb bisher ohne Erfolg.

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