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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Linksterroristin mit Kontakt zum Verfassungsschutz

02.05.2017

Berlin Verena Becker ist eine schillernde Figur der deutschen Terrorszene. Als sie 1977 nach einem Schusswechsel in Singen an der schweizerischen Grenze festgenommen wird, hat die damals 24-Jährige schon einiges in der linken Terrorszene erlebt. Mit 19 hatte sie in Berlin Inge Viett, eine militante Aktivistin, später führendes Mitglied der „Bewegung 2. Juni“, kennengelernt. Becker lernt auch Michael „Bommi“ Baumann kennen, der im Untergrund eine anarchistische Organisation aufbauen will. Nach einer Demonstration in Nordirland, bei der im Januar 1972 13 Menschen erschossen wurden, verabreden sich Becker, Baumann und andere zu einer „Vergeltungsaktion“. Zwei Sprengsätze explodieren unter Autos britischer Soldaten, ein dritter Sprengsatz im britischen Yachtclub tötet einen Bootsbauer. Im April 1972 ist Becker am Überfall auf eine Bank beteiligt (Beute: 29 450 DM). Im Juli 1972 wird Verena Becker verhaftet und 1974 zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Verena Becker gehört 1975 zu den inhaftierten Terroristen, die bei der Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz freigepresst wurden. Die Entführer Lorenz’ fordern die Freilassung von Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Horst Mahler, Rolf Pohle, Ina Siepmann und Rolf Heißler. Sie sollen in einer Boeing 707 und mit je 20 000 DM Handgeld ausgeflogen werden. Horst Mahler will nicht freigepresst werden. Verena Becker schon. Auf dem Umweg über Frankfurt fliegen die Terroristen Richtung Afrika. Kein Land will die Maschine landen lassen, schließlich landet die Maschine in Aden/Jemen. Von dort reist übrigens Rolf Pohle nach Griechenland, wo er später von dem „Super-Agenten“ Werner Mauss aufgespürt wird. Verena Becker und Rolf Heißler orientieren sich zur RAF hin.

Nachdem Becker 1977 verhaftet und verurteilt wird, verbüßt sie ihre Haftstrafe. Sie soll mit dem Verfassungsschutz kooperiert haben – in der RAF-Szene eine Ausnahme. Ende 1989, nach zwölfeinhalb Jahren, wird sie begnadigt. 2007 wurde von Michael Buback die These geäußert, eine Frau könne an der Ermordung seines Vaters beteiligt gewesen sein. 2008 begannen erneut Ermittlungen gegen Verena Becker, 2009 kam sie für vier Monate in Untersuchungshaft, 2010 wurde gegen sie Anklage erhoben, 2012 wurde sie wegen Beihilfe zum Mord an Buback und seinen Begleitern zu vier Jahren verurteilt, 2014 wurde die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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