LONDON - Es war einmal: Weil sie in einer kalten Absteige hauste, flüchtete Joanne K. Rowling mit ihrer kleinen Tochter in ein Café im schottischen Edinburgh. Tag für Tag saß die alleinerziehende Mutter dort, hielt sich an der einen oder anderen Tasse heißen Kaffees fest und schrieb – ihren ersten Harry-Potter-Roman.

Am 26. Juni 1997 erschien „Harry Potter und der Stein der Weisen“ in Großbritannien – Startauflage 500 Exemplare. Drei Tage später ersteigerte ein US-Verlag die amerikanischen Rechte für 100 000 Dollar. Ein Novum, handelte es sich doch um die Geschichte einer völlig unbekannten Autorin.

Zehn Jahre später ist aus der einstigen arbeitslosen Lehrerin und Sozialhilfe-Empfängerin Rowling nicht nur eine glücklich verheiratete, dreifache Mutter geworden. Die heute 41-Jährige ist auch die erfolgreichste Autorin und eine der reichsten Frauen der Welt.

Sechs Romane über Harry, Hermine, Ron und den fiesen Lord Voldemort sind bislang erschienen – mit einer weltweiten Gesamtauflage von 325 Millionen Exemplaren. Noch bevor am 21. Juli der siebte und erklärtermaßen letzte Band in englischer Sprache ausgeliefert wird, bricht er bereits alle Rekorde. Noch nie gab es so viele Vorbestellungen für ein Buch – allein über den Internet-Händler Amazon wollen 1,6 Millionen Leser „Harry Potter and the Deathly Hallows“ haben. Am 27. Oktober erscheint im Carlsen-Verlag die deutsche Übersetzung aus der bewährten Feder von Klaus Fritz, und auch sie wird die Kassen klingeln lassen.

Dann wird sich zum rowlingschen Vermögen von rund 800 Millionen Euro (Platz 552 auf der Forbes-Liste der Superreichen) noch ein erkleckliches Sümmchen hinzugesellen. Das heiße Finale zwischen dem Zauberlehrling und seinem Widersacher erwärmt also nicht nur die Fans.