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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Mehr Patienten sterben auf der Warteliste

20.08.2013

Berlin Etwa 12 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Doch das Vertrauen in die Transplantationsmedizin ist seit dem Organspende-Skandal erschüttert, die Spendenbereitschaft in Deutschland sank im vorigen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2002. Im ersten Halbjahr 2013 ging die Zahl weiter zurück.

„Es ist falsch, jetzt zu sagen, ich spende nicht“, betont der Regionalverbandsvorsitzende des Bundesverbands der Organtransplantierten, Peter Fricke. „Damit bestraft man die Kranken und nicht die Verantwortlichen, die sich über Gesetze hinweggesetzt haben, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.“

Eckhard Nagel, Mitglied des Deutschen Ethikrates, berichtet, dass der Rückgang der Bereitschaft zur Organspende bedrückend sei: Die Angst bei Patienten und Angehörigen, nicht transplantiert zu werden und keine Hilfe zu bekommen, sei deutlich größer als früher. „Wir haben jetzt mehr Patienten, die in diesem Jahr auf der Warteliste versterben werden, als das im Jahr 2012 oder 2011 der Fall war.“ Die Menschen haben Angst, dass das System, nach dem Organe vergeben werden, nicht sicher funktioniert. In Deutschland sind die Abläufe einer Organspende im Transplantationsgesetz geregelt.   Die Koordination der organisatorischen und medizinischen Maßnahmen der Organspende übernimmt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).   Für die Vermittlung der Organe ist die Stiftung Eurotransplant zuständig.  Voraussetzung für die Organvermittlung ist die Aufnahme des Patienten in die Warteliste eines Transplantationszentrums. Dabei kommt es vor allem auf Erfolgsaussicht und Dringlichkeit der Organverpflanzung an.   Bei Eurotransplant laufen die Daten der Patienten, die auf eine Transplantation warten, und die Daten der Spender-Organe zusammen.   Meldet die DSO einen Spender, ermittelt Eurotransplant computergesteuert die passenden Empfänger von der Warteliste.   Entscheidend bei der Auswahl ist die Dringlichkeit der Transplantation. Diese wird anhand eines aus Laborwerten berechneten, sogenannten MELD-Scores festgestellt. Er ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass der Kranke ohne Transplantation innerhalb der nächsten drei Monate stirbt.

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