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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Schießen: Mehrheit der Deutschen hält nichts von Pistolen

24.06.2011

HANNOVER Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen lehnt Schusswaffen in privater Hand ab – das ist das Ergebnis einer bundesweiten repräsentativen Umfrage des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).

Auf die Frage, ob jeder unbescholtene Bürger Schusswaffen kaufen oder besitzen können solle, antworteten demnach 84,6 Prozent der Befragten mit „Nein“, 9,1 Prozent blieben unentschieden. Nur 6,3 Prozent wünschten sich eine Liberalisierung des Waffenrechts – „überwiegend ungebildete junge Männer“, wie KFN-Direktor Prof. Dr. Christian Pfeiffer berichtet.

Das Institut fragte in der laut Pfeiffer „anonym und angstfrei zu beantwortenden“ Umfrage auch nach dem tatsächlichen Waffenbesitz. Zwei Prozent der Befragten gaben an, eine scharfe Schusswaffe zu besitzen (Pfeiffer: „Hier dominierten die alten Männer“), weitere 3,8 Prozent sagten, dass sie gern eine Schusswaffe hätten. „Das heißt, dass 94,2 Prozent der Deutschen keine Waffen wollen“, so Pfeiffer.

Nur 0,1 Prozent der Waffenbesitzer gaben zu, eine illegale Waffe zu haben. Pfeiffer räumt aber ein: „Bei diesem Punkt können wir nicht sicher sagen, ob man uns die Wahrheit erzählt hat, auch wenn die Umfrage anonym war.“

Sicher sagen kann Pfeiffer aber, dass die Zahl der Schusswaffen-Delikte seit Jahren zurückgeht. Wurde 1998 noch 8400-mal in Verbindung mit einer Straftat geschossen, gab es 2010 nur noch 5500 Fälle. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei Mord und Totschlag: 1995 wurde in 632 Fällen mit Tötungsabsicht geschossen, 2010 waren es nur noch 144 Fälle. „Das ist der niedrigste Stand, den wir je in Deutschland hatten“, sagt Pfeiffer. Insgesamt führten 17 000 Straftäter im Jahr 2010 bei ihren Delikten eine Schusswaffe mit, 2004 gab es noch 24 000 Fälle.

„Die Zahlen zeigen, dass wir mit den Verschärfungen des Waffenrechts auf einem richtig guten Kurs sind“, so Pfeiffer. Weitere Gründe für den Rückgang der Schusswaffen-Delikte seien der demografische Wandel, die soziale Stabilisierung von Migranten und die gute Polizeiarbeit. „Wir haben die beste Polizei aller Zeiten“, lobt der Kriminologe: „Das Risiko des Erwischtwerdens war noch nie so hoch wie heute.“

Pfeiffer schlussfolgert: „Es ist ein entscheidender Punkt für die Sicherheitslage in Deutschland, dass die Menschen in dem Moment, in dem sie die Nerven verlieren, keine Waffe zur Verfügung haben – das reduziert das Todesrisiko ungemein.“

Ganz anders sei die Lage in den USA, wo es praktisch in jeder Familie eine Waffe gebe. Dort sterben jährlich rund 30 000 Menschen an Schussverletzungen, weitere 70 000 werden durch Kugeln verwundet.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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