• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Metropolen platzen aus allen Nähten

28.02.2005

NEW YORK Im Jahr 2007 lebt die Hälfte der Menschheit in Städten. Die meisten davon in Regionen der

Dritten Welt.

Von Malte Kirchner NEW YORK - Die Metropolen der Welt platzen aus allen Nähten. Not, Elend, Umweltprobleme und Kriminalität werden in einem ungeahnten Maße zum globalen Problem. Laut den Vereinten Nationen (UN) in New York wird schon in zwei Jahren die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Doch die wenigsten sind auf diesen rasanten Zuzug vorbereitet.

Wasser, Strom, Arbeit und vernünftige Lebensbedingungen fehlen. Elendsviertel und Wohlstand wohnen wie in Mexiko-City oder Bombay Tür an Tür. Alle, die es sich leisten können, schotten sich mit Sicherheitsdiensten ab.

Die Menschen suchen Wohlstand. Sie glauben in der Stadt ihr Glück zu finden, erklärt Stadtsoziologe Dr. Norbert Gestring von der Universität in Oldenburg. Das Elend auf dem Lande „schiebt“, wie in China durch steigende Arbeitslosigkeit, die Menschen in die Städte. Es ist ein alter Traum: In dem urbanen Lebensraum sehen sie ein besseres Leben. Doch es ist ein Wohlstand, an dem nur die wenigsten teilhaben können.

Was die Menschen in den Städten erwartet, ist oft nicht minder katastrophal als ihre vorherige Lebenssituation. Neben schlecht ausgebauter oder gar fehlender Infrastruktur sind vor allem Umweltverschmutzung und fehlende Sicherheit die Hauptprobleme. Gleichzeitig gibt es ein großes Gefälle zwischen Arm und Reich, denn die Mega-Cities bringen andererseits auch hochqualifizierte Arbeitsplätze mit sich, sagt Dr. Anselm Smolka von der Münchener Rück-Versicherung.

Für die Versicherer ist die gegenwärtige Entwicklung eine große Herausforderung. Durch die komplexe, verzahnte Infrastruktur können schon kleine Zwischenfälle eine riesige Wirkung entfalten. Ein Großbeben im erdbebengefährdeten Tokio könnte die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken bringen. Die Folge ist, dass Versicherungen die Schadensdeckung in diesen Regionen stark limitieren müssen.

Über Elend oder Wohlstand einer Stadt entscheidet laut Smolka vor allem, ob die Metropole sich kontrolliert entwickelt. Besonders in der Dritten Welt ist das oft nicht der Fall, sagt Stadtsoziologe Gestring: „Da gibt es Städte, die sind rasant gewachsen von 30 000 auf Millionen-Größe – deren Namen kennen wir noch nicht einmal.“

Damit das Gebilde Stadt funktionieren kann und nicht nur eine chaotische Ansammlung ist, bedarf es gut ausgebauter Verkehrssysteme. Selbst im günstigen Fall, wenn es an den Mitteln dafür nicht scheitert, sieht Gestring Schwierigkeiten: „Das Problem ist die Zeit. Man müsste zeitgleich zum Wachstum die Infrastruktur ausbauen. Und der Ausbau dauert oft länger.“

Dass Smog, Abfall und andere Umweltprobleme irgendwann einen Gegentrend auslösen, bezweifeln die Experten. „Ich denke, es wird keine Selbstregulierung geben“, schätzt Gestring. Zumal die großen Städte mittlerweile Umweltprobleme selbst in ländlichen Regionen hervorrufen. Der Zusammenhang zwischen der globalen Klimaerwärmung und der Zunahme wetterbedingter Extremereignisse wird immer plausibler. Schwere Flutkatastrophen und Dürren rauben den Menschen dort ihre Existenz. Und „schieben“ sie am Ende in die Megastädte. Ein Teufelskreis.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.