• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Nach dem Sturm kommt das Wasser

12.09.2017

Miami /Bonita Springs Grau und etwas trutzig steht das Hotel „Days Inn“ in Bonita Springs. Sonst von der Sonne Floridas überflutet, fällt nun schier der Himmel auf das Haus. Mit ohrenbetäubendem Lärm rast der Sturm auf das Gebäude zu, immer und immer wieder. Hurrikan „Irma“ schickt wahre Sintfluten. Unweit von Bonita Springs kommt das Auge des Hurrikans am Sonntagnachmittag (Ortszeit) an Land, nachdem er schon zuvor seine ganze Wucht auf die Südspitze Floridas geschleudert hatte.

Das „Days Inn“ liegt noch knapp in der Zone, in der die Behörden die Evakuierung angeordnet haben. Dennoch suchen rund 100 Menschen dort Schutz. Der Zweckbau ist stabil genug, um „Irma“ zu trotzen. Alles, was in der Gegend nach 1992 gebaut wurde, muss hurrikansicher sein. Damals hatte Hurrikan „Andrew“ weite Teile Floridas verwüstet.

Auch „Irma“ trifft den Sonnenschein-Staat heftig. Der Sturm mit einer Breite von mehr als 600 Kilometern und Böen von bis zu 229 Stundenkilometern überschwemmt die Innenstadt von Miami, drückt das Wasser aus den Buchten und reißt Baukräne um.

Genaue Angaben über die Auswirkungen liegen den Behörden am Montag noch nicht vor. Er habe bisher von keinen katastrophalen Schäden gehört, sagt der Leiter des Katastrophenschutzes in Florida, Bryan Koon. Dies bedeute jedoch nicht, dass es sie nicht gebe, sondern lediglich, dass die Informationen dazu noch nicht durchgedrungen seien.

Im Frühstücksraum des „Days Inn“ ist man zusammengerückt. Nachdem der Strom zuvor mehrmals ausgefallen war, ist er nun endgültig weg. Draußen wütet der Sturm mit Urgewalt. Wann der Strom zurückkommt, ist ungewiss. Die Netzbetreiber machen für die kommenden Wochen wenig Hoffnungen. Fast 6,2 Millionen Haushalte sind ohne Strom – mehr als die Hälfte aller Haushalte in dem Bundesstaat. Mehr als 200 000 Menschen harren in Notunterkünften aus, während „Irma“ wütet. Mindestens vier Menschen kommen ums Leben. Die Zahl könnte noch steigen.

In den Florida Keys im Süden des Staates krachen mehr als drei Meter hohen Wellen an die Küste. Häuser stehen unter Wasser, Möbelstücke schwimmen in den Gärten. Zahlreiche Boote sind gesunken. Der Flugverkehr liegt lahm.

Überschwemmungen sind auch die größte Sorge in der Küstenstadt Naples. Dort sind die Pegelstände am Sonntagabend in nur 90 Minuten um mehr als zwei Meter gestiegen. Auch das Hochwasser in Jacksonville bricht den Rekordwert von 1964 deutlich. In der Stadt im Nordosten, die mit ihren rund 880 000 Einwohnern die größte in Florida ist, mündet der St. Johns River ins Meer. Der Fluss fließt mitten durch den Ort, das macht Überschwemmungen so verheerend.

In Miami, Tampa, Fort Lauderdale und anderen Städten Floridas gelten in der Nacht Ausgehverbote. Die Polizei in Fort Lauderdale nimmt neun Menschen fest, die versucht hatten, ein Sportartikelgeschäft zu plündern.

Auf seinem Weg entlang der Golfküste verliert der Hurrikan, der zeitweise Stärke 5 erreichte, an Kraft und wird zu einem Tropensturm herabgestuft. Meteorologen hatten ursprünglich erwartet, dass er über Miami und die Atlantikküste des Staates hinwegziehen würde. Doch „Irma“ dreht dann in westlicher Richtung ab. Ausläufer bekommt auch Georgia zu spüren.

In der Karibik klart nach „Irmas“ Durchzug das Wetter auf, viele Inseln benötigen aber dringend Lebensmittel, Wasser und Arzneien. Kuba meldet zehn Tote, nachdem der Hurrikan die Nordküste verwüstet hatte, die meisten Opfer hat es in Havanna gegeben. In der gesamten Karibik kostete „Irma“ mindestens 34 Menschen das Leben.

Die Gestrandeten im „Days Inn“ spekulieren, was sie wohl am nötigsten brauchen werden, wenn „Irma“ erst einmal durchgezogen ist. „Reifen“, glaubt Steve Pietrzyk (53). „Man wird ja ständig einen Platten haben, durch das ganze Zeug, das auf den Straßen liegen wird.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.